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Greifswald Bunte Segel für das „Ship of Tolerance“
Vorpommern Greifswald Bunte Segel für das „Ship of Tolerance“
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20:41 15.06.2018
Elly, Lilly, Lys und Annemarie ließen wie alle anderen Kinder und Erwachsenen ihrer Kreativität beim Malen freien Lauf. Quelle: Foto: Petra Hase

Dutzende Eimerchen mit gelber, roter, blauer ... Farbe stehen kreuz und quer im Wichernsaal des Tagungshotels „Ostseeländer“. Hier, wo sonst große Veranstaltungen stattfinden, wuseln kleine Künstler mit langen Pinseln zwischen weißen Tüchern auf dem Boden umher. Auf einigen zeichnen sich bereits die Motive ab: ein Regenbogen etwa, die Sonne, rote Herzen, Menschen mit unterschiedlichen Hautfarben. Sie alle werden zu Segeln. Segel für das „Ship of Tolerance“, das seit Mai im Rostocker Stadthafen für Weltoffenheit, Toleranz und Respekt wirbt. Das globale Kunstprojekt initiierte das russische Ehepaar Emilia und Ilja Kabakov. Seit der Premiere 2005 in Venedig sind weltweit zehn gleiche Versionen gebaut worden. Auf Betreiben der Kunsthalle Rostock wird es erstmals in Deutschland gezeigt. Anlass ist das 800. Stadtjubiläum.

„„Wir hatten viele helfende Hände für das Projekt, darunter auch ehemalige Kolleginnen wie Roswitha Müller und Ingrid Neumann. Das hat uns gefreut.“Ulrike Ramm, Betreuungsfachfrau

Als Ulrike Ramm, Mitarbeiterin des Pommerschen Diakonievereins Greifswald und Betreuungsfachkraft in den Züssower Wohnstätten, darüber in der OSTSEE- ZEITUNG las, stand für sie fest: „Daran wollen wir uns gern beteiligen. Denn auch und gerade im ländlichen Raum möchten wir nach der Vision der Künstler Kabakov für ein friedliches und tolerantes Miteinander trotz aller Verschiedenheiten werben“, sagt Ramm. In den Wohnstätten leben viele Frauen und Männer mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen. Ramms Idee war es, über dieses Kunstprojekt eine Begegnung mit anderen Menschen der Region zu schaffen. Deshalb suchte sie Kontakt zur Kunsthalle Rostock, die ein umfassendes Begleitprogramm mit Kreativworkshops, Theater, Musik und Fachvorträgen zum „Ship of Tolerance“ auf die Beine stellt, wie Museums- pädagogin Stefanie Meyer berichtet. „Allerdings sieht unser Konzept nicht vor, im Land auf Tour zu gehen. Das Interesse ist zwar da, wir hatten mehrere Anfragen. Aber dafür haben wir personell nicht die Kapazitäten“, sagt Meyer. Doch der Pommersche Diakonieverein, speziell Ulrike Ramm, habe so ein Engagement an den Tag gelegt, dass man sich für diesen gemeinsamen Kreativworkshop entschlossen habe. Und so packte sie mit ihrer Kollegin Daria Karb Segeltücher, Farben sowie Pinsel ein und tourte nach Züssow.

Im Vorfeld warb Ulrike Ramm in mehreren Einrichtungen fürs Mitmachen. Mit Erfolg: Neben den Bewohnern der Wohnstätten Züssow, kamen auch Mitarbeiter der Greifenwerkstatt, eine Schulklasse und eine Kindergartengruppe des Ortes, eine Gruppe der Greifswalder Martinschule und Mitglieder der Kirchengemeinde Züssow-Zarnekow-Ranzin. „Insgesamt beteiligen sich 80 Kinder und Erwachsene an dem Projekt“, freut sich Ulrike Ramm über das große Interesse. Lehrerin Anne Daedelow von der Martinschule reiste gern mit 14 Erstklässlern nach Züssow: „Wir haben uns mit den Kindern im Kunstunterricht zuvor über das Projekt unterhalten. Auch darüber, was Toleranz bedeutet“, erzählt sie, während die Lütten ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Ihre Werke, wie auch alle anderen sollen bald in Rostock zu sehen sein. Zwar verfügt das Kunstschiff in Rostock bereits über ein Patchworksegel mit 108 Einzelbildern. „Doch wir haben auch wechselnde Segelteppiche in unserer Galerie und im Park zu hängen“, sagt Museumspädagogin Stefanie Meyer.

Petra Hase

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