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Greifswald Busfahrer verärgert Schüler und Eltern
Vorpommern Greifswald Busfahrer verärgert Schüler und Eltern
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00:00 12.09.2018
Mesekenhagen

Der Schülerbusverkehr vom Riems über Mesekenhagen nach Neuenkirchen und weiter nach Greifswald funktioniert nicht gut, rügt Mesekenhagens Bürgermeister Geert-Christoph Seidlein. Nach seinen Informationen wurden einige Schüler in der vergangenen Woche gar nicht mitgenommen.

Viele Schulkinder sind auch in Greifswald auf Busse angewiesen. Quelle: Foto: Peter Binder/archiv

Dass es Probleme gibt, das sei schon eine schlechte Tradition. „Es fahren morgens zwei Busse, und angeblich dürfen nicht alle Schüler den Bus der Wahl nutzen“, so der Bürgermeister. Die beiden Fahrzeuge haben allerdings nicht den gleichen Weg. Der erste Bus verkehrt von Mesekenhagen über Karrendorf und Leist nach Neuenkirchen/Greifswald, der zweite etwas später direkt zu den dortigen Schulen.

„Letzten Mittwoch wurden die schon im Bus sitzenden großen Kinder vom Fahrer aus dem ersten Bus wieder nach draußen geschickt“, schildert Mutter Tine Noreen Ahrendt. Kinder aus der ersten Klasse fuhren allein ohne Geschwister im kaum gefüllten Bus, Tränen waren vorprogrammiert. Im zweiten Bus waren schon über 40 Kinder und Erwachsene. 33 stiegen in Mesekenhagen zu. Und der Bus habe nur 36

Sitzplätze. Der war also überfüllt.

„Dieses Problem taucht jedes Jahr auf, hat jedoch keine Konsequenzen, da es ignoriert wird“, sagt der Mesekenhäger Bürgermeister. „Eine wirklich nachvollziehbare Ansage oder Aussagen, wer welchen Bus nutzen darf, gibt es nicht. Wollen sich die Verkehrsbetriebe in diesem Jahr um den Titel des schlechtesten ÖPNV bewerben?“

„Alle Schüler wurden mitgenommen“, betont Frank Lettkemann, Geschäftsführer der Anklamer Verkehrsgesellschaft mbH, Betrieb Greifswald-Land. Das Unternehmen führt im Auftrag des Landkreises den Schülerverkehr durch. Die Fahrzeuge seien ganz normale Linienbusse, erläutert Lettkemann. Genug Sitzplätze für alle seien in den Bussen nicht vorhanden, bestätigt er. Eine Ursache sei der Umstieg auf die auch vom Gesetzgeber gewollten behindertengerechten Niederflurbusse. „Hier gibt es je etwa 40 Sitze und Stehplätze“, so Lettkemann. „Bei den Hochbordbussen sind es rund 50 Sitzplätze.“ Dazu komme, dass es in Mesekenhagen in diesem Jahr mehr Erstklässler als in der Vergangenheit gebe, es sind zwölf.

„Stehplätze sind in Linienbussen zulässig“, betont Lettkemann. „Dass die Eltern möchten, dass ihre Kinder im Bus sitzen, ist natürlich verständlich.“

Die Fahrer würden im Rahmen ihrer Möglichkeiten schon versuchen, die Belegung der Busse zu steuern, so dass keines der Fahrzeuge überfüllt sei, so der Geschäftsführer. Aber deren Hauptaufgabe sei natürlich das Busfahren. Zum Verhalten einzelner Fahrer möchte Lettkemann nichts sagen, da er nicht dabei gewesen sei. „Aber wir sprechen natürlich mit den Kollegen“, betont er. Tine Noreen Ahrendt hat selbst mit dem kritisierten Busfahrer geredet. Der sei leider uneinsichtig gewesen. Aber es gebe viele sehr nette Fahrer, betont sie. Und bei der Geschäftsführung habe sie Verständnis gefunden, diese Woche laufe es besser. Allerdings sei es ein Unding, dass Grundschulkinder bei der Fahrt auf der B 105 stehen müssten.

Die Schülerbeförderung im Kreis

Der Landkreis hat laut Gesetz für die in Vorpommern-Greifswald wohnenden Schüler vom Beginn der Schulpflicht bis zum Ende der Jahrgangsstufe 12 der allgemein bildenden Schulen sowie der Jahrgangsstufe 13 des Fachgymnasiums eine Beförderung zu den örtlich zuständigen Schulen durchzuführen. Gibt es so ein Angebot nicht, muss der Kreis die Aufwendungen dafür tragen, zum Beispiel ein Taxi bezahlen. Die Pflicht zur Durchführung der Schülerbeförderung besteht in der Regel ab einer Mindestentfernung von 2 km Fußweg bis zur Schule und ab Jahrgangsstufe 7 bis 4 km Fußweg. In einer Satzung sind alle Ausnahmen und Details geregelt.

Eckhard Oberdörfer

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