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Greifswald Bußgeld für Fiffi am Sportplatz Dubnaring
Vorpommern Greifswald Bußgeld für Fiffi am Sportplatz Dubnaring
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00:01 01.12.2017
Doris und Werner Reiche sollen 55 Euro zahlen, weil sie auf diesem Weg im Dubnaring mit ihrem Hund spazieren gingen. Quelle: Foto: Sybille Marx

Spaziergänger mit Hund lieben ihn: den Weg rund um die Sportanlage Dubnaring in Schönwalde I. Mit Büschen und Bäumen ist er gesäumt, bietet Verbindungswege im Viertel und ein bisschen Grün. Problem: Hunde darf man hier gar nicht ausführen. Die Stadt kann bei Verstößen Verwarn- und dann auch Bußgelder bis zu 5000 Euro erheben. Doch offenbar ist das vielen nicht bewusst.

„Verboten?“, sagen Passanten wie Christel Greifendorf verwundert: „Ich wohne seit 20 Jahren hier, bin hier immer mit Hund spazieren gegangen und habe das noch nie gehört!“ Es stehe ja auch nirgendwo ein Verbotsschild. Ihr Hund laufe an der Leine „und die Haufen mache ich weg, das ist doch das Entscheidende!“

Laut Hundeverordnung der Stadt nicht: Es gilt ein generelles „Mitnahmeverbot“ für Hunde auf Kinderspielplätzen, Bolzplätzen, Skater- und Sportanlagen. In Paragraph 2 der Verordnung ist es nachzulesen, jederzeit kann die Stadtverwaltung darauf pochen.

Ruheständler Werner Reiche hat das vor Kurzem am eigenen Leib erfahren: Als er mit seinem Hund Flocke den Weg rund um die Sportfelder entlang ging, wurde er von den beiden Männern des Kommunalen Ordnungsdienstes gestoppt. Nun sollen er und seine Frau ein Verwarngeld zahlen: 55 Euro.

Ungerecht und unverständlich finden sie das, „weil dort so viele Leute mit Hund spazieren gehen“, wie Doris Reiche sagt. Zwar verlaufe ein Zaun um die Sportanlage mitsamt dem Weg. Aber an fünf Stellen ist er offen. „Und der Weg selbst ist keine Sportanlage, sonst müsste das auf einem Schild stehen“, findet ihr Mann.„So denkt doch jeder: Das ist hier ein öffentlich zugänglicher Parkweg.“

Die Stadt sieht es anders, der Zaun sei Zeichen genug, meint sie. Und das Verbot habe den Sinn, präventiv Gefahren abzuwehren: Auf Kinderspielplätzen, Sportanlagen und den anderen genannten Anlagen seien „die Reize, die auf den Hund wirken, wie schnelle Bewegung, Geräusche und hoher Begegnungsverkehr besonders hoch“, das könne zu Konflikten führen.

Als Werner Reiche mit seinem Hund gestoppt wurde, waren die Sportfelder zwar leer. Das Verbot gelte aber zu jeder Zeit, sagt die Stadt. Und der Kommunale Ordnungsdienst habe nicht die Aufgabe, bei einer Kontrolle auch noch zu prüfen, ob gerade Sportler auf den Feldern trainierten oder nicht.

Tatsächlich fühlten sich Nutzer der Sportanlage Dubnaring schon durch die vielen Hunde gestört, sagt Bärbel Lenuck, Sprecherin der städtischen Pressestelle. Mehrere Anwohner und Sportler hätten sich beim Amt für Bürgerservice und Brandschutz beschwert.

Anwohner und Hundebesitzer Wolfgang Neumann, 80, räumt ein: „Es gibt hier Leute, die ihre Hunde unangeleint über die Sportfelder laufen lassen.“ Das sei nicht in Ordnung. „Aber wieso sollte man den Weg daneben nicht nutzen?“ Von einem Mitnahmeverbot auf der gesamten Anlage hat er noch nie etwas gehört, von der Hundeverordnung auch nicht. „Da müssten Schilder stehen“, fordert er.

Rein rechtlich ist allerdings jeder Hundehalter verpflichtet, sich selbst über die „rechtlichen Regelungen bei Halten und Führen eines Hundes zu informieren“, erklärt Lenuck. Die Hundeverordnung sei im Internet zugänglich, Schilder an den Verbotszonen müsse die Stadt nicht aufstellen.

Werner und Doris Reiche finden, man hätte ihnen wenigstens bei der Anmeldung ihres Hundes einen Hinweis geben können: „Warum haben sie uns da nicht die Hundeverordnung in die Hand gedrückt?“ Wegen der 55 Euro sind sie in Widerspruch gegangen. Gleichzeitig meiden sie jetzt den Weg am Sportplatz – und warnen andere Hundehalter, wenn die hineinspazieren wollen.

Sybille Marx

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