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Greifswald CDU kämpft für Campingplatz

Weil die Stadt dem Betreiber ein Grundstück nicht verkaufen will, kündigt dieser Schließung zum Jahresende an

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Carsten Becker und Anne Breitsprecher montierten am Dienstag das Schild an, das auf die Schließung des Campingplatzes hinweist.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Der Streit um den Campingplatz in Eldena spitzt sich zu. Betreiber Carsten Becker droht erneut, seinen Campingplatz im kommenden Jahr zu schließen, wenn sich die Stadt weiterhin weigert, die Flächen an ihn zu verkaufen. Aus diesem Grund hat er am Mittwoch ein großes Hinweisschild aufstellen lassen, auf dem er ankündigt, der Campingplatz bleibe 2017 geschlossen. „Ich bin dazu gezwungen, denn der OB hält sich nicht an getroffene Absprachen“, sagt Becker. Die CDU-Fraktion stellt sich hinter den Betreiber, hat für die Bürgerschaftssitzung am kommenden Donnerstag eine Aktuelle Stunde zum Tourismus beantragt. Dann soll es auch um den Campingplatz und die Frage gehen, wie verhindert werden kann, dass der Stadt durch die Schließung tausende Touristen verlorengehen.

OZ-Bild

Weil die Stadt dem Betreiber ein Grundstück nicht verkaufen will, kündigt dieser Schließung zum Jahresende an

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Rückblick: Bereits vor mehreren Jahren hatte der Betreiber vom Immobilienverwaltungsamt das Signal bekommen, dass ein Verkauf städtischer Flächen an Becker grundsätzlich möglich sei. „Wenn ich innerhalb einer Fünf-Jahres-Frist alle um die städtische Fläche herumliegenden Areale kaufe, dann stünde auch einem Verkauf der Stadtfläche an mich nichts im Wege“, gibt Becker den Inhalt des Schreibens wieder (liegt der OZ vor). „Meinen Part habe ich erfüllt“, sagt er weiter. Zwei Drittel der Campingplatzflächen sind mittlerweile in seinem Besitz, ein Drittel gehört der Stadt.

Doch mittlerweile will die Stadt das Areal nicht mehr veräußern. Eine zunächst von der Verwaltung eingebrachte Beschlussvorlage zum Verkauf hat OB Stefan Fassbinder (Grüne) nach einem negativen Votum im Finanzausschuss wieder zurückgezogen. Das Gremium hatte sich gegen den Verkauf ausgesprochen. An Carsten Becker schrieb der OB im Juni: „Somit ist in nächster Zeit ein Verkauf der Flächen an Sie nicht möglich.“

Pikant: Eigentlich hätte die Bürgerschaft über Verkauf oder Nichtverkauf abstimmen müssen. Dass für den OB bereits das Votum des Finanzausschusses reicht, ist eher ungewöhnlich. Als „Frechheit“

bezeichnet es der Vorsitzende der CDU-Fraktion Axel Hochschild. „Dann bräuchten wir in der Bürgerschaft ja auch nicht mehr über die Gründung des Sozial- und Pflegedienstes der WVG abzustimmen. Der Finanzausschuss hat das bereits abgelehnt“, schimpft Hochschild. Was ihn besonders stört: „Wie die Verwaltung mit einem Investor umgeht, gehört sich nicht.“ Möglicherweise wird die CDU im Anschluss an die Aussprache während der Bürgerschaftssitzung die Beschlussvorlage erneut einbringen, die der OB zurückgezogen hat. Dann würde doch noch die Bürgerschaft über den Verkauf an Becker entscheiden.

Ob es eine Mehrheit geben könnte, ist angesichts der knappen Machtverhältnisse in der Bürgerschaft ungewiss. Linke, SPD, Grüne und Kompetenz für Vorpommern sprechen sich derzeit gegen den Verkauf aus. Sie wollen sich von Becker nicht erpressen lassen. „Für das, was Becker auf dem Campingplatz machen will, reicht Erbbaupacht vollkommen aus. Dafür muss die Stadt nicht verkaufen“, sagt Frank Hardtke von der Kompetenz für Vorpommern. Dass Becker den Campingplatz schließen will, hält Hardtke für ungerechtfertigt und überzogen. „Ich glaube nicht, dass jemand ein Geschäft aufgibt, dass derart gut läuft“, sagt auch Grünen-Chef Alexander Krüger. Becker pachte das Gelände seit Jahren, die Pacht an sich könne also kein Grund sein. Jörn Kasbohm, Fraktionschef der Linkspartei, stimmt zu:

„Es handelt sich um ein Filetgrundstück direkt am Wasser. Das wollen wir nicht verkaufen.“ Auf diese Weise behalte die Stadt auch die Kontrolle, was dort in den kommenden Jahren entsteht. „Wenn das Grundstück verkauft ist, ist es weg.“ Gerüchten, dass Becker auf dem Grundstück eine Wohn- oder Hotelbebauung planen könnte, erteilen die Fraktionen eine Absage. „Dafür ist ein Bebauungsplan notwendig, der müsste vorher die Mehrheit in der Bürgerschaft finden“, erklärt Hardtke das Prozedere. Linke, SPD, Grüne, Kompetenz für Vorpommern und CDU wollen den Campingplatz gerne erhalten. „Der Campingplatz ist wichtig für Greifswald“, sagt Kasbohm. Das dürfe jedoch nicht um jeden Preis geschehen.

Aktuelle Stunde zum Thema Tourismus: 6. Oktober, 17 Uhr, Bürgerschaftssaal, Rathaus

Katharina Degrassi und Cornelia Meerkatz

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