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Campingplatz Eldena will Ende 2016 schließen

Greifswald Campingplatz Eldena will Ende 2016 schließen

Betreiber Carsten Becker wirft Stadt den Bruch von Zusagen vor, weil sie ihm Grundstücke auf dem Gelände nicht verkaufen will / Stadt bietet langfristigen Pachtvertrag an

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Carsten Becker, Mitarbeiterin Anne Breitsprecher mit den Gästen Beate und Carl Sutter aus Saarbrücken (von rechts).

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Ab 2017 soll es den Campingplatz an der Dänischen Wiek „bis auf weiteres“ nicht mehr geben. Das kündigt Inhaber Carsten Becker auf seiner Internetseite an. Dabei läuft das Geschäft super. „Wir rechnen mit 11000 bis 12000 Besuchern in diesem Jahr“, so Becker. „Bis zum 30. Juni hatten wir eine Steigerung der Gästezahlen um 67 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.“

Der Campingplatz

2014startete der Campingplatz im Probebetrieb.

Zwei Jahre zuvor hatte der Betreiber begonnen, zu investieren. 1,2Millionen Euro waren das laut seiner Aufstellung, inklusive nötiger Grundstückskäufe. Unter anderem entsorgte er auch die Überreste der ehemaligen Stallanlagen in diesem Bereich.

Aufhören will Becker, weil ihm die Stadt ihre Grundstücke auf dem Campingplatz nicht verkaufen will. Am 22. Juni teilte Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) schriftlich mit, dass er entschieden habe, „dass die Beschlussvorlage zum Verkauf der oben genannten Grundstücke nicht in die Beratungsfolge der städtischen Entscheidungsgremien gegeben wird“. Dass der OB gleichzeitig anbietet, das Gelände langfristig zu verpachten oder einen Erbbaurechtsvertrag abzuschließen, kann Becker nicht umstimmen. Auch nicht das Angebot eines Gesprächs mit ihm, dem OB und dem Immobilienverwaltungsamt.

„Ich wollte immer kaufen und nie pachten“, sagt Becker. „Und das hat mir die Stadt zugesichert.“ Aber leider halte sich der neue OB „nicht an getroffene Vereinbarungen“. Becker legt eine Reihe von Schreiben ab 2010 vor. In allen Schriftstücken geht es um Verkauf. Von „wohlwollender Begleitung“ und davon, dass das Vorhaben grundsätzlich mitgetragen werde, ist die Rede. So schreibt ihm Volkmar Böttcher vom Immobilienverwaltungsamt am 1. Juni 2012: „Weiterhin kann ich Ihnen mitteilen, dass das Immobilienverwaltungsamt grundsätzlich bereit ist, Ihnen diese städtischen Grundstücke zu verkaufen, wenn gesichert ist, dass Sie auch Eigentümer der angrenzenden Flächen werden und damit die vorgesehene städtebauliche Entwicklung auf dem gesamten Areal stattfinden kann.“ Damit ist ein Camping- und Caravanplatz gemeint, für den seit 1999 an einem Bebauungsplan gearbeitet wird. Er habe die an seinen Platz angrenzenden Flächen für viel Geld erworben, betont Becker. Seine Ankündigung gegenüber der Stadt, 2500 Gäste nach Greifswald zu holen, habe er übererfüllt. „Ich habe meine Versprechen gehalten“, sagt Becker. „Auch einem von der Stadt gewünschten Flächentausch habe ich zugestimmt.“

In den Schreiben der Verwaltung steht allerdings der Passus, dass jeder Verkauf der Zustimmung der bürgerschaftlichen Gremien bedarf. Darauf nimmt der OB in seinem Schreiben vom 22. Juni Bezug: In der Stadtpolitik gebe es „anscheinend keine Mehrheit zum Verkauf des Grundstücks an Sie“. Im Finanzausschuss stimmten am 25. April neun Volksvertreter gegen den Verkauf, informiert Stadtsprecherin Andrea Reimann. Vier waren dafür. Signale aus den Fraktionen hätten das negative Votum des Ausschusses unterstützt.

„Wir wollen grundsätzlich nicht, dass landwirtschaftliche, Sport- und Erholungsflächen verkauft werden“, begründet Alexander Krüger, Fraktionschef der Grünen und Finanzausschussmitglied. „Sie sollten grundsätzlich in städtischer Hand bleiben. Wir sichern sie damit für künftige Generationen.“ Außerdem bekäme die Stadt so langfristig Einnahmen.

Das Argument, dass nach dem geplatzten Verkauf der Bebauungsplan für den Campingplatz hinfällig sei, überzeugt Krüger nicht. Der würde laut Becker den Bau einer neuen Zufahrt ermöglichen, da die jetzige wegen der deutlich gestiegenen Besucherzahl nicht ausreiche. „Gäste beschweren sich schon darüber.“ Ferner wolle er auf der Grundlage des B-Plans eine Wiese für Zelter einrichten, erzählt Becker. B-Plan-Verfahren und Zufahrt müsste er und nicht der Steuerzahler finanzieren, erinnert Becker. Dass die Bürgerschaft den Verkauf ablehne, sei für ihn nicht erwiesen. Das hätte die Praxis zeigen müssen. „Ich muss keinen Campingplatz betreiben“, sagt Becker. Er sei darauf nicht angewiesen und schließe daher Ende 2016.

„Wir können das Vorgehen von Herrn Becker nicht ganz nachvollziehen“, kommentiert Stadtsprecherin Reimann. Die Stadt sei sehr an einem attraktiven Campingplatz interessiert, betont sie wie zuvor auch Alexander Krüger. Man sei sehr überrascht von der Ankündigung und hoffe, dass dies „nicht das letzte Wort“ sei, so Reimann.

Eckhard Oberdörfer

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