Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald OB soll für den Anbau von Cannabis in Greifswald werben
Vorpommern Greifswald OB soll für den Anbau von Cannabis in Greifswald werben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:13 04.03.2019
Medizinischer Cannabis kann Patienten helfen. (Symbolfoto Quelle: dpa
Greifswald

In der Hansestadt soll künftig medizinischer Cannabis (Medizinalhanf) angebaut werden. Das wünschen sich die Fraktionen Grüne/Forum 17.4 sowie der Linken. Dazu soll sich die Bürgerschaft auf ihrer letzten Sitzung vor der Wahl am 29. April bekennen. „Wir hoffen, dass sich weitere Fraktionen unserem Antrag anschließen“, sagt Milos Rodatos (Forum 17.4), der die Vorlage für das Stadtparlament erarbeitet hat. „Ich werde in den kommenden Wochen versuchen, noch andere Mitstreiter aus der Wissenschaft und Politik für das Thema zu gewinnen.“ Mit dem Anbau von medizinischem Cannabis könnte die Kommune Patienten helfen, deren Erkrankungen damit behandelt werden. Grundlage ist ein einstimmig 2017 vom Bundestag verabschiedetes Gesetz, das die Verschreibung bei schweren Erkrankungen, zum Beispiel Multipler Sklerose und chronischen Schmerzen, ermöglicht.

Rodatos, der vor fünf Jahren für die Piraten in die Bürgerschaft gewählt wurde, hatte sich im Wahlkampf 2014 für einen „Cannabis Social Club“ engagiert, in dem Erwachsene unter ärztlicher Kontrolle Marihuana oder Haschisch konsumieren könnten. Damit würde der Schwarzmarkt ausgetrocknet werden, begründete er.

Zusammenarbeit mit Stadtwerke angeregt

2019 geht es um einen Auftrag an Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne). Er soll „im Zuge der Wirtschaftsförderung durch geeignete Öffentlichkeitsarbeit offensiv potenzielle Investoren für den Anbau von medizinischem Cannabis auf städtischen Flächen suchen.“ Ein möglicher Standortvorteil könnte die Einbeziehung der Stadtwerke sein. „Es wird viel Energie benötigt, sodass ein gemeinsames Angebot für Interessenten attraktiv wäre“, begründet Rodatos. „Greifswald mit seiner Universität bietet außerdem sehr gute Bedingungen für eine begleitende medizinische Forschung.“ Auch die ansässige Pharmaindustrie könnte profitieren. Wenn die Ansiedlung gelingt, würden gut bezahlte und sichere Arbeitsplätze geschaffen werden.

Milos Rodatos Quelle: Peter Binder

Bisher wird medizinischer Cannabis in Deutschland nicht angebaut. Patienten und Apotheker würden mangelnde Qualität und Verlässlichkeit von Importen. „Die Bundesregierung setzt sich daher für einen kontrollierten Anbau von Cannabis in Deutschland ein“, so Rodatos. „Viele rechnen auch nach der Legalisierung des Cannabiskonsums in Greifswald mit Lieferengpässen.“ Rodatos ist von einem steigenden Bedarf überzeugt. „Allein die bewilligten Anträge der AOK, der Barmer und der Techniker Krankenkasse sind im letzten Jahr um 42 Prozent gestiegen“, sagt Rodatos. Man dürfe auch nicht zu lange warten, so habe München bereits großes Interesse an kontrollierten Anbauflächen für medizinischen Cannabis. „Es liegt im Interesse Greifswalds, dass so ein dynamischer Wirtschaftszweig nicht nur im Westen und Süden Deutschlands angesiedelt wird“, so Rodatos.

Mehr zum Thema:

Gruppe bricht in Haus ein, um zu kiffen – und findet einen Tiger

Bekiffte Mutter fährt mit Kindern Schlangenlinien

Legal und berauschend – Bier mit Hanf von der Insel Usedom

Eckhard Obderdörfer

Sven Kautermann ist aus dem Häuschen: Der Heringsdorfer, den alle nur „Kauti“ nennen, wurde jetzt für die deutsche Poker-Nationalmannschaft berufen. Das Team fährt zur Amateur-WM nach Irland.

03.03.2019
Usedom 12. Heringsgala in Kölpinsee - Krokette vom Rollmops und Hering hoch Fünf

Die Usedomer sind eröffnet. Bei der traditionellen Heringsgala erlebten 120 Gäste, das Hering auch zu gehobener Küche taugt.

03.03.2019

In einem Wald bei Neuenkirchen im Landkreis Vorpommern-Greifswald haben zwei Männer im Alter von 18 und 53 Jahren Bäume gefällt und wurden von der Polizei erwischt.

03.03.2019