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Cheplapharm wächst weiter

Greifswald Cheplapharm wächst weiter

Über 100 Millionen Euro für lebenswichtige Medikamente / 40 neue Arbeitsplätze entstehen

Greifswald. Cheplapharm ist erneut auf Wachstumskurs: Zu Jahresbeginn hat sich das familiengeführte Greifswalder Pharmaunternehmen die Produktrechte für vier Medikamente gesichert, die weltweit angewendet werden. Dabei handelt es sich um Cymevene, Konakion, Lariam und Inhibace/Plus von der F. Hoffmann-La Roche AG. Die Investitionssumme für die neu akquirierten Produkte liegt bei über 100 Millionen Euro. Erst im vergangenen Oktober hat Cheplapharm für 340 Millionen Euro die weltweiten Rechte an mehreren Medikamenten erworben. Mit dem jetzigen Zukauf entstehen 40 weitere Arbeitsplätze.

 

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Wir sind bestens aufgestellt und agieren international. Sebastian Braun, Geschäftsführer

Quelle: Foto: D. Lilienthal

„Die Akquisition reiht sich in unsere etablierte Erfolgsstrategie ein. So kann mit den Produkten zusätzlich ein mittlerer zweistelliger Millionenumsatz am Jahresende erwartet werden, weil Konakion und Cymevene in vielen Ländern Marktführer sind“, erläutert Geschäftsführer Sebastian Braun.

Bei Konakion MM handelt es sich um ein synthetisches Vitamin- K1-Präparat, das auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation enthalten ist. Wie Geschäftsführerin Bianca Y. Juha erläutert, wird es beispielsweise im Rahmen der Erstuntersuchung (U1) bei Neugeborenen routinemäßig verabreicht. „Es unterstützt die Blutgerinnung und bringt eventuelle lebensbedrohende innere Blutungen, die durch die Geburt entstanden sein können, zum Stillstand“, sagt sie. Darüber hinaus wird das Medikament standardmäßig auch als Gegenmittel eingesetzt, um eine überschießende Wirkung von bestimmten Gerinnungshemmern zu schwächen bzw. aufzuheben. Die Gefahr für schwere Blutungen kann durch Konakion reduziert werden.

Mit Cymevene kann das sogenannte Cytomegalie-Virus (CMV) bekämpft werden. Der enthaltene Wirkstoff ist ein Virostatikum und wird vor allem bei Patienten mit Immunsuppression eingesetzt, wenn eine Einschlusskörperchenkrankheit (Zytomegalie) so schwer ist, dass sie das Leben des Patienten bedroht. Dabei handelt es sich oft um Patienten nach Organtransplantationen, deren Abwehrsystem medikamentös unterdrückt werden muss. Der Wirkstoff von Cymevene war die erste weltweit zugelassene Substanz zur Behandlung der Zytomegalie und gehört bis heute zu einer der bevorzugten Behandlungsoptionen, wie Braun erläutert.

Das Präparat Inhibace/Plus ergänzt zusammen mit einem im Vorjahr erworbenen Betablocker das Portfolio im Bereich Kardiologie.

„Mit zielgerichteten lokalen Vermarktungsstrategien und einer geographischen Expansion in ausgewählte Länder wie etwa Bangladesh wollen wir die beiden hochethischen und lebenswichtigen Produkte Cymevene und Konakion Patienten gezielt zugänglich machen“, versichert die Cheplapharm-Geschäftsführung. Das Augenmerk liege auf dem Ausbau des Vertriebes in umsatzschwachen Regionen. Das „Made-In-Europe“-Qualitätsmerkmal „hilft uns dabei signifikant“, betont Braun.

Durch die Übernahme der Produkte erhöht sich bei Cheplapharm der Exportanteil von derzeit 93 auf 96 Prozent. Mit seinem großen Länder- und Produktmix ist das Greifswalder Unternehmen bestens aufgestellt und weiter konsequent auf dem Weg zu einem international agierenden Spezial-Pharma-Unternehmen für Wirkstoffe und Krankheitsbilder, die für Pharmakonzerne und Generikahersteller zu klein sind.

Cheplapharm hat 180 hochqualifizierte Mitarbeiter und besitzt über 300 Arzneimittelzulassungen in über 100 Ländern weltweit. Die Firma generiert einschließlich seiner Tochterunternehmen in Hamburg, in Englewood im US-Bundesstaat New Jersey und in Frankreich einen Jahresumsatz von 250 Millionen Euro.

Größte privatwirtschaftliche Investition in MV

340 Millionen Euro investierte Cheplapharm im zurückliegenden Herbst in die weltweiten Rechte für mehrere Medikamente, darunter das verschreibungspflichtige Antiadipositum Xenical (wird bei krankhafter Fettleibigkeit eingesetzt und in 100 Ländern vertrieben) und der Betablocker Dilatrend, der in 85 Ländern verkauft wird. Es ist die größte privatwirtschaftliche Investition Mecklenburg-Vorpommerns, die mit den über 100 Millionen Euro für die jetzt erworbenen Medikamentenrechte noch erweitert wird. Cheplapharm Greifswald ist damit eines der größten mittelständischen Pharmaunternehmen Deutschlands.

Das Unternehmen hat weitere große Ziele: „Wir wollen mit unserem jungen, hoch ausgebildeten Team zu den Top fünf der mittelständischen Pharmaunternehmen gehören“, gibt Geschäftsführer Sebastian Braun die Marschrichtung vor.

Die Firma gilt im Mittelstand aber immer noch als Newcomer.

Cornelia Meerkatz

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