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Greifswald Chronik: Kaiserlinde wurde zum Sedantag 1872 gepflanzt
Vorpommern Greifswald Chronik: Kaiserlinde wurde zum Sedantag 1872 gepflanzt
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00:01 21.03.2016
Der schon gut begrünte Greifswalder Karlsplatz in der Kaiserzeit auf einer Postkarte einer Oldenburger Kunst- und Verlagsanstalt. Quelle: Sammlung Jörg Tamm

„In diesem Jahre wurde der 2. September, der Tag von Sedan, zum ersten Male als Nationalfest von der Schule mit der gesamten Bürgerschaft begangen“, heißt es in der „Festschrift des Gymnasiums zu Greifswald“ zum 350-jährigen Jubiläum 1911 über das Schuljahr 1872/73. „Ein langer Festzug bewegte sich vom Markte nach dem Karlsplatz, wo eine Kaiserlinde gepflanzt wurde, die gut gediehen ist. Die Weiherede hielt der Direktor Kruse.“

Den Hinweis auf das Pflanzdatum verdankt die OZ dem Ansichtskartensammler und Philatelisten Jörg Tamm. Den Anstoß gab die Entdeckung eines Steines durch Irmfried Garbe (die OZ berichtete). Die Zahl wurde bisher 1882 gelesen. In den Materialien zur Neugestaltung des Karl-Marx-Platzes (damals Karlsplatz) wird die Kaiserlinde übrigens als Naturdenkmal bezeichnet.

Am Sedantag wurde an die Kapitulation der französischen Armee am 2. September 1870 nach der Schlacht bei Sedan erinnert. Preußische, bayerische, württembergische und sächsische Truppen hatten hier den entscheidenden Sieg im Deutsch-Französischen Krieg errungen. Der französische Kaiser Napoleon III. wurde gefangen genommen. Der Sedantag spielte in der Erinnerungskultur eine bedeutende Rolle.

1873 ordnete der preußische Kultusminister an, dass Schulen und Universitäten diesen Tag feiern sollten.

Am 18. Januar 1871, dem Jahrestag der Krönung des ersten preußischen Königs 1701 in Königsberg, wurde das Deutsche Kaiserreich gegründet. Der erste Hohenzollern-Kaiser, Wilhelm I., wurde von vielen Deutschen verehrt. Auf Initiative des Kriegervereins wurde 1905 in Greifswald ein Denkmal für Wilhelm I. an der Ecke Fleischer-/Bahnhofstraße eingeweiht. Es muste nach 1945 dem sowjetischen Friedhof weichen.

Von eob

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