Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Cybermobbing: Enthemmt im Netz
Vorpommern Greifswald Cybermobbing: Enthemmt im Netz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 06.05.2016
Vier Greifswalder Schulklassen lauschten der Juristin Gesa Stückmann, die per Live-Schalte über Cybermobbing sprach. Quelle: Sybille Marx
Greifswald

Es ist ein Fall von 2007, aber einer, der so ähnlich immer wieder passieren kann, sagt Juristin Gesa Stückmann: Ein paar Schüler eröffneten auf der Internetplattform „schuelervz“ Gesprächsgruppen, um über zwei Sport-Asse aus ihrer Klasse herzuziehen. 40 Mitglieder tippten dann Gerüchte und Beleidigungen — nur die Betroffenen hatten keinen Zugang.

„Ich war schockiert, als ich gelesen habe, was die dort alles schrieben“, erzählt Gesa Stückmann ihren Zuhörern an diesem Mittwochvormittag. Es ist Präventionstag in der Stadt Greifswald. Für vier Schulklassen vom Jahngymnasium, der Arndt- und der Caspar-David-Friedrich-Schule hält die Juristin im Rathaus ein Seminar zu Cybermobbing, per Video-Schalte.

Der Fall von 2007 zeige deutlich, wie anders Mobbing heute funktioniere als früher, sagt Gesa Stückmann. Rasend schnell entwickle sich im Netz eine heftige Dynamik. „Wenn man sein Opfer vor sich hat, entwickelt man eher noch Mitleid“, sagt sie. Im Netz fehle das.

Auch aus anderen Gründen sei Cybermobbing verbreiteter: „Es geht so leicht.“ Über Facebook, Whatsapp und andere Kanäle ließen sich peinliche Fotos, Videos und vertrauliche Informationen mit wenigen Klicks verbreiten. Ohne Folgen bleibt das für die Täter allerdings nicht, wenn das Opfer oder ein Beobachter die Polizei oder einen Juristen einschaltet, sagt sie.

Im Fall von 2007 hatten Schüler Sätze geschrieben wie „Man sollte die Hexenverbrennung wieder einführen“ oder „Sie ist eine Fotze“. Am Ende, erzählt Stückmann, hagelte es Schmerzensgeldforderungen.

Die Schüler selbst wurden zur Verantwortung gezogen, trotz Minderjährigkeit. „Wenn der Täter alt genug ist um einzusehen, dass es nicht in Ordnung war, muss er selbst bezahlen“, erklärt die Expertin.

Nicht nur Hetze und Beleidigungen, auch das Weiterverbreiten von vertraulichen Daten sei strafbar. Wer etwa ein Video oder Foto bekomme, auf dem eine Schülerin nackt sei, und es via Facebook, Whatsapp oder anders weiter verbreite, mache sich strafbar.

Mit vielen weiteren Beispielen zeigt Gesa Stückmann: Im Internet geht vieles ganz leicht — aber leicht kann es auch die Rechte anderer verletzen. „Krass, wie teuer das werden kann, wenn man das nicht beachtet“, meint der 14-jährige Nico nachher. Die 15-jährige Lena sagt: „Da konnte man echt viel Neues lernen.“

Von sym

Greifswald Bierkastenlauf mit dem Bollerwagen, Go-Kart-Fahrt und Traktortour: So bunt war der Herrentag im Landkreis - Geschichtswissen gefragt beim Bierkastenlauf

Usedom erlebt großen Gästeansturm

06.05.2016

Derzeit liegen die Greifswalder punktgleich mit dem FC Mecklenburg Schwerin

06.05.2016

Auf den HFC wartet ein spielreiches Wochenende. Nachdem es in der vergangenen Saison nicht gelang, zwei aufeinanderfolgende Landesklassenpartien zu gewinnen, holte ...

06.05.2016
Anzeige