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Greifswald Das Computerprogramm kam per Radio
Vorpommern Greifswald Das Computerprogramm kam per Radio
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00:00 31.07.2018
Holger Irrgang vor dem Nachbau der Schickardschen Rechenmaschine (um 1623). Mit ihr und ergänzenden Rechenstäbchen konnten bereits die vier Grundrechenarten ausgeführt werden. Quelle: Foto: Anne Ziebarth
Greifswald

. Filme streamen, kurz mal nach dem Wetterbericht schauen oder aber Balkendiagramme berechnen. Ohne Computertechnik geht in unserer Welt kaum mehr etwas. Wie die Rechenmaschinen ihren Weg in unseren Alltag gefunden haben und wie die ersten Modelle überhaupt aussahen, kann man in der Rechentechnischen Sammlung des Institutes für Mathematik und Informatik der Universität Greifswald entdecken. Zu erleben sind nicht nur Abakus, Rechenhexe und Rechenschieber, sondern auch zahlreiche Exponate aus der Frühzeit der Computertechnik – vielen Besuchern wird anhand der Ausstellungsstücke wie dem Schulrechner SR II oder dem Tischrechnermodell „Carolin“ wohl ein nostalgisches „Oh. Den kenn ich noch!“ über die Lippen kommen. Jeder verbindet Geschichten mit dem Einzug der EDV-Technik in die Gesellschaft. So auch Dr. Holger Irrgang, der die Sammlung der Institute leitet.„Ich hatte in den achtziger Jahren einen Commodore, das war in der DDR etwas ganz besonderes“, erzählt er und zeigt auf das entsprechende Ausstellungsstück in der Vitrine. Das offizielle Pendant dazu sei der rund fünf Kilogramm schwere Kleincomputer „KC85/3“

Exponate aus der Anfangszeit der EDV-Technik gibt es in der Rechentechnischen Sammlung zu erleben

gewesen, eigentlich für den DDR-Einzelhandel gedacht, aber dann doch hauptsächlich in Firmen eingesetzt. Irrweg erinnert sich noch gut an die Übertragungen von Computerprogrammen im Radio DT 64 in den 1980er Jahren. „Das war revolutionär“, erzählt er. „Im Radio hörte man nur ein Piepen und Kratzen. Nahm man das Geräusch aber mit einem Rekorder wie dem „Geracord“ auf einer Cassette auf und spielte diese auf dem Computer ab, konnte man kleine Basicprogramme nutzen, Schiffe versenken zum Beispiel.“

Dass es solch eine umfassende Sammlung in Greifswald entstehen konnte, verdankt die Stadt den mittlerweile im Ruhestand lebenden Technikliebhabern Prof. Werner Schmidt und Werner Girbardt. Sie stellten entsetzt fest, dass mit dem Siegeszug der EDV an der Universität die vorhandenen mechanischen Rechenmaschinen ruck-zuck auf dem Müll landeten. Ein Unding! Hatte Schmidt doch noch mit einer Triumphator-Rechenmaschine komplexe Numerische Berechnungen ausgeführt. Diese spannende Technik sollte auch für die Nachwelt erhalten bleiben. „Eine der interessantesten Fragen ist immer, wie die Übersetzung von der Rechenoption zur praktischen Mechanik gelang“, findet Irrweg. „Dafür gibt es nämlich ganz unterschiedliche Wege.“

Die Wissenschaftler trugen unterschiedlichste Rechenmaschinen und -hilfsmittel zusammen, unter anderem eine riesige Lochkarten-Tabelliermaschine, wie sie bis 1985 zur Auswertung von Patientendaten in der Uniklinik Verwendung fand und die funktionsfähige Schweizer Chiffriermaschine „Neba“, die noch bis in die 1970-er Jahre im Einsatz war. Das Ausstellungsstück, das den Sammlungsgedanken mit auf den Weg brachte, sieht man in der Ausstellung aber nicht. „Der Großrechner Odra 1013 ist im Keller untergebracht. Er war der erste Großrechner der Universität und wurde nach dem Bau des Rechenzentrums 1969 angeschafft“, erklärt Irrweg. „Mit einem Gewicht von einer halben Tonne ist er schlicht und einfach zu schwer .“

Führungen nach Anfrage unter der Telefonnummer 03834/ 420 4601, oder per mail an irrgang@ uni-greifswald.de, Rechenhistorische Sammlung in der Wollweberstraße 1 (ehemalige Uni-Frauenklinik)

Anne Ziebarth

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