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Das besondere Schatzkästlein in Riemserort

Riemserort Das besondere Schatzkästlein in Riemserort

Wie bekommt man eine Rollenflasche unters Mikroskop? Professor Wolfgang Wittmann vom Verein „Uns Riems“ lacht.

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Dr. Sigurd Tesmer, Franziska Hagen und Prof. Wolfgang Wittmann (v.l.) zeigen alte Arbeitsmittel aus der Tierseuchenforschung. Fotos (2): Peter Binder

Riemserort. Wie bekommt man eine Rollenflasche unters Mikroskop? Professor Wolfgang Wittmann vom Verein „Uns Riems“ lacht. „Das haben sich zu DDR-Zeiten die Forscher hier auf der Insel Riems auch gefragt — und eine entsprechende Mikroskopieranlage entwickelt. Der Neuerervorschlag war gut. Später wurde in vielen Bereichen damit gearbeitet“, erzählt der heute 80-Jährige den Gästen, die zur Neueröffnung des veterinärhistorischen Regionalmuseums nach Riemserort gekommen sind.

OZ-Bild

Wie bekommt man eine Rollenflasche unters Mikroskop? Professor Wolfgang Wittmann vom Verein „Uns Riems“ lacht.

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„Uns Riems“

10 Mitglieder zählt der Verein. Er arbeitet die veterinärhistorische Geschichte der Insel Riems auf. Ab 1. April ist das Museum auch öffentlich für Besucher zugänglich.

In sechs Räumen im Erdgeschoss eines Wohnhauses nahe der IDT Biologika GmbH haben die zehn Mitglieder des Vereins „Uns Riems“ voller Enthusiasmus hunderte Ausstellungsstücke sortiert, platziert, beschriftet... Natürlich fehlt auch die berühmte Mikroskopieranlage für Rollenflaschen nicht. „Sie hat mir gute Dienste erwiesen, seit ich als junger Tierarzt hierher auf die Insel Riems kam“, erinnert sich Wittmann.

Entstanden ist das kleine Museum, als nach der Wende 1990 der Bereich Produktion aus dem Friedrich-Loeffler-Institut für Tierseuchenforschung ausgegliedert und die Riemser Tierarzneimittel GmbH gegründet wurde. 1992 erfolgten die Privatisierung dieser GmbH und die Übernahme durch das Ehepaar Dagmar und Norbert Braun. „Alles wurde modernisiert. Norbert Braun ließ uns die Entscheidungsfreiheit, was wir von den alten Gebrauchsgegenständen für die Nachwelt erhalten wollen“, ergänzt Sigurd Tesmer. Im Juni 2004 wurden erstmals Ausstellungstücke öffentlich gezeigt.

Das jetzige neue Domizil war erforderlich, weil die alten Räume von der IDT Biologika GmbH, einem Impfstoffhersteller, dringend gebraucht werden. Das Unternehmen unterstützte deshalb den Umzug und sicherte auch für die nächsten zwei Jahre Hilfe zu. Der Chef von IDT Biologika, Ralf Pfirmann, ließ es sich deshalb nicht nehmen, bei der Einweihung der neuen Räume dabei zu sein.

Zu sehen sind neben umfangreichen veterinärmedizinischen Geräten auch zahlreiche alte Lehrbücher und viele Fotodokumente. Ein besonders wertvolles Stück ist Friedrich Loefflers alter Büroschreibtisch. Den Vereinsmitgliedern unter dem neuen Vorsitz von Franziska Hagen von der Greifswalder Tourismusmarketing GmbH ist es wichtig, dass im Museum mehr gezeigt wird als nur die frühere Arbeitsweise der Mitarbeiter des Friedrich-Loeffler-Instituts, oder wie die Impfstoffe hergestellt wurden. „Wir zeigen auch, wie die Menschen auf der Insel Riems als Gemeinschaft gelebt haben, sie waren ja durch die Tierseuchenforschung streng abgeschirmt. Aber auch hier gab es fröhliche Feiern, gingen die Kinder zur Schule, waren Nachbarn befreundet“, erklärt Wolfgang Wittmann.

Von Cornelia Meerkatz

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