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Greifswald Das junge Dorf an der Stadtgrenze
Vorpommern Greifswald Das junge Dorf an der Stadtgrenze
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00:00 20.04.2013
Idylle pur im Ortsteil Immenhorst. Die neuen Eigenheime passen sich gut in die Landschaft ein.
Wackerow

Der Norweger Jan Lie Amundsen aus Trondheim hat sich in Wackerow verliebt. „Schuld“ dran ist, wie er zur Freude von Bürgermeister Manfred Hering (CDU) verrät, der Golfplatz. Ab Sommer will der Manager aus der Autoindustrie hier spielen. „Mein Sohn wird in der Universitätsmedizin behandelt. Und da ich Golfspieler bin, habe ich mich nach einem geeigneten Platz umgeschaut“, sagt er. Doch die Neun-Loch-Anlage auf dem 40 Hektar großen Areal lockt nicht nur Touristen. Die 700 Mitglieder des Hanseatischen Golfclubs Greifswald trainieren hier regelmäßig.

„Zudem finden 50 Turniere jährlich statt“, sagt Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied Irene Bulla.

Doch Wackerow mit seinen insgesamt 14 Ortsteilen hat noch weit mehr zu bieten als nur den Golfplatz. „Wir haben zwar als richtige Sehenswürdigkeit in der Gemeinde nur die Kapelle von Jarmshagen, dafür aber jede Menge engagierter Bürger, die mit bescheidenen finanziellen Mitteln für ein reges Dorfleben sorgen“, lobt Bürgermeister Hering.

Dazu gehören zweifellos die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren von Wackerow und Groß Petershagen. Georg Bath steht der Wehr in Wackerow vor, sein Kollege Nico Bahls ist Chef in Groß Petershagen.

Bath, zugleich auch Gemeindewehrführer, ist stolz auf seine Mannschaft: Insgesamt sind im Dorf 58 Männer und Frauen in der freiwilligen Feuerwehr organisiert. Außerdem gibt es zwei Jugendfeuerwehren mit jeweils zehn Kindern. „Natürlich unterstützen wir die Gemeinde bei Veranstaltungen: Egal, ob Weihnachtsbaumverbrennen, Osterfeuer, Sonnenwende, der Gottesdienst am St. Florians-Tag oder der Fackelumzug am 3. Oktober — wir sind dabei“, versichert Bath, der seit 1975 zu den Brandschützern gehört. Zu solchen besonderen Anlässen holen die Kameraden gerne ihre historischen Fahrzeuge wie das Löschfahrzeug 16 des Baujahres 1965 aus dem Gerätehaus. In der Gemeinde Wackerow leben heute 1450 Einwohner. Der komplette Ort nimmt eine Fläche von mehr als 30 Quadratkilometern ein.

Siedlungsnachweise für die Stelle, an der sich heute Wackerow befindet, gibt es seit der Steinzeit. Bei durchgeführten archäologischen Ausgrabungen im Zuge umfangreicher Bautätigkeit wurde eine Fülle an Grabungsmaterial aus allen geschichtlichen Epochen geborgen.

Nach der Wende entwickelte sich die Gemeinde aufgrund ihrer Nähe zur Hansestadt Greifswald zu einem attraktiven Wohnstandort — und zu einem jungen Dorf mit vielen Kindern. Die rappelvolle Kita „Entdeckungskiste“ mit ihren 101 Plätzen, die vom Institut Leben & Lernen betrieben wird, ist beredtes Beispiel dafür. Außerdem gibt es in der Umgebung zahlreiche gut genutzte Wanderwege, die von den Ryckniederungen in die Mischwälder der Steffenshagener Heide und ins Kieshofer Moor führen. „Wir sind mehr als nur eine Schlafgemeinde, wie oft behauptet wird“, sagt der Bürgermeister.

Ein schönes Dorf sei Wackerow, findet auch Hanni Markquardt (76). Sie wohnt seit über 50 Jahren in Steffenshagen. „Nach 1990 wohnte ich ganz allein hier. Jetzt habe ich supernette Nachbarn. Hier ziehe ich niemals weg“, berichtet sie. Friseurmeisterin Ute Gerlach, die der Liebe wegen 1999 nach Wackerow kam, findet ebenfalls, dass es sich auf diesem Fleckchen Erde gut leben lässt. Ihr Geschäft gehört neben einer Bäckerei und mehreren Handwerksbetrieben zur Infrastruktur des Dorfes.

Auch Lolita Bahls (54), Karin Hajek (69) und Ute Termünde (48) aus Groß Petershagen fühlen sich im Ort wohl. Die drei Frauen helfen ehrenamtlich im Gemeindezentrum Groß Petershagen und bei vielen anderen Veranstaltungen mit. „Im Ort ist sehr viel gebaut worden, viele junge Familien sind hierher gezogen. Allerdings hätte ich es gut gefunden, wenn wir mit Greifswald fusioniert hätten“, sagt Bahls.

Die Mehrheit der Wackerower hat anders entschieden, die Gemeinde bleibt Bestandteil des Amtes Landhagen. „Wir bekommen von dort große Unterstützung. Nur dank dieser Hilfe können wir unsere gemeindlichen Aufgaben erfüllen“, resümiert Manfred Hering.

Cornelia Meerkatz

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