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Debatte über Kirche in der DDR

Greifswald Debatte über Kirche in der DDR

Pommersche Synodale beraten über weitere Aufarbeitung

Greifswald. Ein brisantes Thema steht heute Abend bei der Pommerschen Kreissynode in Züssow zur Debatte: die Frage, wie die Kirche mit ihrer Rolle zu DDR-Zeiten weiter umgehen soll. „Wir müssen klären: Wo stehen wir in Sachen Aufarbeitung?“, sagt Sebastian Kühl, Sprecher des Kirchenkreisrats. Der Rat werde dazu einen Vorschlag vorlegen, die Synodalen sollen darüber abstimmen.

Dass die Greifswalder Landeskirche zu DDR-Zeiten enge Kontakte zur Stasi hatte, ist bekannt: Fünf Mitglieder der Kirchenleitung, darunter Bischof Horst Gienke, wurden als inoffizielle Mitarbeiter (IM) geführt. Wie das zu bewerten ist, darüber wird aber heftig gestritten.

Die Landesbeauftragte für Stasi-Unterlagen in MV, Anne Drescher, kritisiert: Der IM-Status damaliger Kirchenleitender werde verharmlost; etwa, indem Betreffende sagten, sie hätten die Gespräche nur zum Wohl ihrer Landeskirche geführt. Rahel Frank, die als Historikerin ein Buch zum Thema geschrieben hat, betont: Sich auf Gespräche mit dem DDR-Geheimdienst einzulassen, sei ein Alleingang unter den Landeskirchen im Osten gewesen und ein „Sündenfall“.

Derweil stellt Bischof Hans-Jürgen Abromeit heraus, dass sich die Pommersche Kirche ihrer Geschichte von Anfang an gestellt habe. Anfang der 90er Jahre habe es eine lückenlose disziplinarrechtliche Aufarbeitung nach rechtsstaatlichen Kriterien gegeben. „Und die Pommersche Landessynode hat ein Schuldbekenntnis formuliert.“ Das sei aber in Vergessenheit geraten. „Und sicher gibt es Leute, die sich von der Art, wie ihre Kirche mit der Stasi umging, noch belastet fühlen.“ Die seelsorgerliche Aufarbeitung müsse daher weitergehen. sym

OZ

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