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„Between the countries“: Zweijähriges Schülerprojekt fördert Toleranz und Medienkompetenz

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Die Schülerteams haben für ihre Dokumentation „Dezemberfahrt“ unter anderem in der Greifswalder Innenstadt und im Sozialamt gefilmt. Ein Syrer zeigt ihnen auf dem Handy ein Foto eines zerstörten Hauses in Aleppo. 30 Menschen sollen an dem Tag des Bombardements ums Leben gekommen sein. Eine ehrenamtliche Begleiterin aus Neuenkirchen hilft beim Übersetzen.

Quelle: Fotos: Kai Lachmann (4), Screenshots

Greifswald. Normalerweise dauern Schulprojekte einen Tag, eine Woche, selten wesentlich länger. Eine große Ausnahme bildete das integrative Format „Between the countries“

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„Between the countries“: Zweijähriges Schülerprojekt fördert Toleranz und Medienkompetenz

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(auf deutsch: Zwischen den Ländern). Der Rostocker Förderverein für demokratische Medienkultur (FDMK) setzte es in mehreren Städten in Mecklenburg-Vorpommern um (siehe Info-Kasten). Gestern ging es mit einem Kongress im Greifswalder St. Spiritus zu Ende — nach zwei Jahren. Eines der Ziele des Medienprojektes war es, den Austausch von Kindern und Jugendlichen mit Flucht- und Migrationshintergrund und den einheimischen Kindern und Jugendlichen zu fördern. Deshalb der Untertitel: „Verstehe die Anderen, dann verstehst Du auch Dich.“

FDMK-Vorsitzende Nadine Lehmann begründete dies so: „Menschen unterschiedlicher Herkunft müssen sich mit der Kultur und der Sprache der Anderen vertraut machen, die Lebensgewohnheiten erkunden und aufeinander zugehen.“ Sie sei stolz, mit dem Projekt „gemeinsam Brücken gebaut und Vorurteile abgebaut“ zu haben.

Aus Greifswald waren Schüler der Fischer-, der Arndt-, und der Friedrichschule beteiligt, aus Wolgast machten Schüler des Rungegymnasiums mit. Hauptsächlich drehten sie Filme, waren vor und hinter der Kamera aktiv. Der längste Streifen — eine Dokumentation mit dem Titel „Dezemberfahrt“ — wurde neben anderen auf dem Kongress gezeigt. Schülerteams machten sich auf den Weg, mit Flüchtlingen in den Heimen in Greifswald und Torgelow, in der Jugendherberge Ueckermünde und dem Schloss Bröllin südlich von Pasewalk ins Gespräch zu kommen. „Wir wollten wissen, warum sie hergekommen sind, wie sie es hier finden und wie es ihnen hier geht“, sagt Tobias Buschmann von der Caspar-David-Friedrich-Schule. Die Schüler zeichnen ein unverstelltes Bild, lassen Flüchtlinge, Helfer, Behördenvertreter und eine Frau aus der Jugendherbergsküche zu Wort kommen. Das Gesamtbild mag — vielleicht auch aufgrund der wohlklingenden Hintergrundmusik — etwas zu harmonisch anmuten. Dennoch spiegelt es sehr gut den „Wir müssen helfen“-Zeitgeist vom Ende des vergangenen Jahres wider. „Between the countries“ ist auch in Bezug auf die interviewten syrischen Flüchtlinge ein passend gewählter Titel. Viele wirken mental noch im Prozess des Ankommens, des Zurechtfindens. Sie bekommen schlimme Nachrichten aus der Heimat auf ihr Telefon, trauern der Zeit vor dem Krieg hinterher, würden gerne ihr Studium zu Ende bringen. Doch jetzt heißt es erstmal Deutsch lernen, auf eine Wohnung warten, Behördengänge, Kontakte knüpfen, warten.

Das Projekt mit seinen zahlreichen Filmen schaffte es sogar in die Abendnachrichten des ZDF. In dem Fernsehbericht wird lobend erwähnt, dass nach den Demos gegen das Flüchtlingsheim in Wolgast nun deutsche und Jugendliche mit Migrationshintergrund gemeinsam am Projekt arbeiten. Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) sagte: „Vorpommern schafft es selten aus positiven Gründen ins Fernsehen. Vielen Dank für die gute Werbung für die Region.“

Schulen aus vier Städten

4 Städte — Greifwald, Wolgast, Rostock und Bad Doberan — nahmen teil. Hauptförderer war die Aktion Mensch, die hauptsächlich für ihr Engagement für Menschen mit Behinderungen und die gleichnamige Lotterie bekannt ist. Aus der Region unterstützten außerdem die Sparkasse Vorpommern und die Peter-Warschow-Sammelstiftung die Arbeit.

Der Greifswalder Professor Roland Rosenstock begleitete das Projekt wissenschaftlich.

• www.between-the-countries.org

Von Kai Lachmann

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