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Greifswald Demnächst eigenes Budget für Ortsteile?
Vorpommern Greifswald Demnächst eigenes Budget für Ortsteile?
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00:00 31.08.2016
Die Vorsitzende des Ortsrates Riems, Ulla Tesmer, wünscht sich ein Ortsteilzentrum. Das Projekt Alte Schule wird noch geprüft.

Die Ortsteilvertretungen werden aufgewertet. Wenn in der Stadt über Greifswalder Bauprioritäten diskutiert wird, reden sie in Zukunft mit. Möglicherweise gibt es sogar ein Budget im Rahmen eines Bürgerhaushalts für alle Ortsteile. Diese Möglichkeit werde jetzt geprüft, heißt es im Protokoll des letzten Arbeitstreffens der Vorsitzenden und der Stellvertreter der vier „Ortsteile am Rande der Stadt“ mit Bürgerschaftspräsidentin Birgit Socher (Linke) und der Verwaltung.

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Friedrichshagen, Riems, Eldena und Wieck/Ladebow fordern mehr Beachtung für ihre Probleme

In der 2015 gebildeten Arbeitsgruppe wirken Eldena, Friedrichshagen, Riems und Wieck/Ladebow mit. Den Mitgliedern geht es um das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Greifswald 2030+, das die Bürgerschaft im Dezember dieses Jahres beschließen soll. In einer für den 21. September geplanten Diskussionsveranstaltung über den Entwurf dieses Strategiepapiers wird ein Vertreter der Arbeitsgruppe im Podium sitzen. „Ortsteile am Rande der Stadt“ – das soll künftig eine Marke werden.

Mehr Einwohner – aber weniger Infrastruktur

Die Ausgangssituation: Die kommunale Infrastruktur (Schulen, Kindertagesstätten, Versorgung, Busverkehr) wurde in den letzten Jahren ausgedünnt. Dabei ist die Einwohnerzahl in Eldena, Wieck/Ladebow und Friedrichshagen gewachsen, in absoluten Zahlen am stärksten in Eldena. Nur im Ortsteil Riems ist das anders. Vor allem wegen Problemen in Riemserort nahm die Zahl der Bürger ab. Dort sind insbesondere die in der DDR errichteten und bis heute unsanierten Plattenbauten ein Sorgenkind.

Aus der Sicht der Verwaltung sollten auf dem gegenwärtigen Diskussionsstand in den „Ortsteilen am Rande der Stadt“ Maßnahmen in drei Feldern erfolgen: Verbesserung der Anbindung an die „Kernstadt“

und der Infrastruktur in den Ortsteilen sowie „Innovative Einzelprojekte und Verbindungen der Stadt mit dem Umland“. An Ideen und Wünschen der Ortsräte fehlt es nicht. Einige Beispiele: Es sollte eine zweite Querung des Ryck neben der Wiecker Brücke geben und die Promenade in Wieck aufgewertet werden.

Ferner fordern die Vertreter von Wieck/Ladebow, dass auf der Freifläche hinterm Deich in Wieck nahe dem Sperrwerk kleinteilig gebaut wird und eine Freifläche erhalten bleibt. „Eine Verbesserung der Einzelhandelssituation ist sowohl für Eldena als auch Wieck wichtig“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Heino Förste (Linke). Für Eldena sind unter anderem eine Verkehrsberuhigung der Wolgaster Landstraße und eine klare Begrenzung der Wohnbauflächen im Osten des Stadtteils Schwerpunkte, informiert der Vorsitzende Helmut Holzrichter (CDU). Hier gibt es im Flächennutzungsplan Greifswald noch Möglichkeiten für weitere Häuser.

Straßen sind ein Schwerpunkt

„Unser wichtigstes Anliegen ist die Reparatur von Straßen und der Beleuchtung“, sagt Detlef Döring (Linke), der Vorsitzende der Ortsteilvertretung Friedrichshagen. „Je weiter man aus dem Zentrum herauskommt, desto schlechter werden im Allgemeinen Straßen und Beleuchtung.“ Die Ortsteilvetretung Riems (das sind die Inseln Riems, Koos und Riemserort) hat unter anderem den Erhalt seiner Kindertagesstätte und ein Ortsteilzentrum im Blick, so die Vorsitzende Ulla Tesmer (SPD). Auch die Stadt sieht Riems als „Gartenstadt am Wasser.“

Bei dem Treffen der Arbeitsgruppe regte Bausenator Jörg Hochheim (CDU) die Abstimmung der Priorität von Hoch- und Tiefbaumaßnahmen der Stadt mit den Ortsräten an. Laut Protokoll wurde das allgemein von den Ortsräten und den Mitarbeitern der Verwaltung begrüßt.

Auch OB Stefan Fassbinder war zugegen. „Er hat einen guten Draht zu uns“,sagt der Friedrichshäger Detlef Döring. „Es kam gut an, dass er in allen Ortsteilen Sprechstunden abgehalten hat.“

Wichtige Projekte für die Stadtteile

Im Protokoll der Arbeitsgruppe werden Forderungen der Ortsräte konkret benannt.

Riems: Erhalt der Kindertagesstätte und des Jugendclubs, ein Ortsteilzentrum, Straßensanierung, Erschließung als Naherholungsgebiet beispielsweise durch Entwicklung von Brachflächen und neue Wege. Prüfung einer weiteren Wohnbebauung, beispielsweise am Brooker Weg in Riemserort, und Prüfung einer Ausweisung als Sanierungsgebiet, um Förderung zu bekommen.

Eldena: Weitere Aufwertung der Klosterruine inklusive des Parkplatzes Alte Schmiede, Begrenzung der Wohnbauflächen im Osten Eldenas, deutliche Verkehrsberuhigung in der Wolgaster Landstraße (Problematik starker Durchgangsverkehr), bessere Fuß- und Radwege zum Einkaufszentrum Elisenhain, weitere touristische Entwicklung der Südmole an der Ryckmündung (gehört territorial aber nach Wieck).

Wieck/Ladebow: Entwicklung der Flugplatzsiedlung Ladebow zur Gartensiedlung bei Umsetzung der beschlossenen denkmalpflegerischen Ziele, Verbesserung der Schulwegsituation (Vorschlag zweite Ryckquerung Richtung Ladebow), Aufwertung des „Schipp in“ an der Wiecker Promenade, kleinteilige Bebauung und Sicherung einer Freifläche bei der geplanten Wohnbebauung hinter dem Deich (nahe Sperrwerk), Regelung der Liegeplätze für Flusskreuzfahrtschiffe (Vorschlag Südmole) und die „Greif“ Vorschlag Nordmole) und der Anbindung der Flusskreuzfahrtschiffe an den Busverkehr (Vorschlag Nutzung der Südmole), Prüfung einer einreihigen Wohnbebauung an der Westseite der Müntzerstraße..

Friedrichshagen: Verbesserung der Beleuchtung, der Straßen sowie der Wegebeziehungen in die Umgebung, Maßnahmen der zur Geschwindigkeitsbegrenzung im Bergweg, beispielsweise durch „Berliner Kissen“. Fahrradboxen an der L 26 (Anbindung an die Buslinien des Regionalbusverkehrs).

Die genannten Projekte sind Beispiele.

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