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Der Altmeister pommerscher Kirchengeschichte

Richtenberg Der Altmeister pommerscher Kirchengeschichte

Vor 125 Jahren wurde Hellmuth Heyden geboren

Richtenberg. Wer sich mit pommerscher Kirchengeschichte befasst, kommt um Hellmuth Heyden nicht herum. In diesem Monat, am 18. Januar 2018, wäre der Theologe 125 Jahre alt geworden.

 

OZ-Bild

Hellmuth Heyden in seiner Zeit als Superintendent. PFARRAMT FRANZBURG–RICHTENBERG

Quelle: Foto: Archiv

Seine zweibändige Kirchengeschichte Pommerns, die Kirchengeschichten Stettins, Stralsunds und Greifswald zeugen von seinem Fleiß und seiner Schaffenskraft. Eine wahre Fundgrube sind die vier Bände zu den Pfarrern des früheren Regierungsbezirks Stralsund. Der Höhepunkt seiner kirchengeschichtlichen Arbeit waren die zwölf Jahre, in denen Heyden Superintendent in Richtenberg war, sagt seine Biografin Brigitte Metz. In dieser Zeit verlieh ihm 1953 die Theologische Fakultät der Universität Greifswald die Ehrendoktorwürde. Ab 1954 lehrte er im Nebenamt pommersche Kirchengeschichte.

Sein Leben hat Heyden in viele Orte des Landes am Meer geführt. Er wurde in Greifswald als Sohn eines Gendarmeriewachtmeisters geboren, wuchs aber in Altdamm (heute Stadtteil von Stettin) auf. Das Gymnasium besuchte Heyden in Stettin. Dort war ein anderer bedeutender Pommernhistoriker, Martin Wehrmann, sein Lehrer. Dieser war vielleicht der einzige Mann, den er wirklich verehrte, meint Metz.

Heyden studierte in Greifswald, Tübingen und Halle. Seine erste Pfarrstelle hatte er an der Stettiner Bugenhagenkirche.

Ein Mann von preußisch-deutscher Prägung, so Metz. Seine Bugenhagenkirche sei geradezu der Ort der Feiern zur Gründung des Deutschen Reiches am 18. Januar 1871 gewesen. Laut Metz hat Heyden in der Weimarer Republik die nationalsozialistische Bewegung zunächst voll und ganz bejaht, wurde aber nach 1933 kritischer.

Das Ende des Zweiten Weltkriegs hat Heyden wohl in Grimmen verbracht, aber nach Kriegsende kehrte er noch einmal nach Stettin zurück. Ab August 1945 betreute er die Pfarrstelle Richtenberg und wurde 1947 ins dortige Pfarramt berufen und zunächst kommissarisch Superintendent in Franzburg. Wie Metz schreibt, war er nach dem Zeugnis seiner Angehörigen gern Superintendent. „Bei Pfarrkonventen war ihm das nachträgliche zwanglose Beisammensein und Gespräch bei der Kaffeetafel ebenso wichtig wie das konzentrierte Arbeiten am Vormittag.“

Brigitte Metz hat als Vikarin Heyden selbst erlebt. „Es war beachtlich, wie er trotz seiner 60 Jahre noch mit den Konfirmanden fertig wurde. Selbst auf den Dörfern konnte er die Geschichte eines Ortes so interessant darstellen, dass die Bauern nicht nur zuhörten, sondern auch mitredeten.“

Am 1. Januar 1960 ging Heyden in den Ruhestand und wohnte fortan in Stralsund. 1972 starb er. Man könne ihn mit Fug und Recht den Altmeister der pommerschen Kirchengeschichte nennen, meint Metz.

eob

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