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Greifswald Greifswalder sehen nur wenige Erfolge
Vorpommern Greifswald Greifswalder sehen nur wenige Erfolge
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16:05 05.11.2018
Die viel befahrene Bahnhofstraße Quelle: Peter Binder
Greifswald

Der vor vier Jahren von der Bürgerschaft beschlossene Lärmaktionsplan der Hansestadt hat den betroffenen Anwohnern wenig gebracht. Das geht aus der Auswertung erster Ergebnisse einer Fragebogenaktion hervor. „89 Prozent der Teilnehmer bemerken keine Verbesserung“, informiert Stadtsprecherin Andrea Reimann. Anlass der Befragung ist die gesetzlich vorgeschriebene Fortschreibung des 2014 beschlossenen Plans.

Als gesundheitsschädigend gelten laut den gültigen Richtlinien am Tag 70 und in der Nacht 60 Dezibel. Geschwindigkeitsbeschränkungen zwischen 22 und 6 Uhr sollen laut gültigem Plan an bestimmten Straßen Abhilfe schaffen. Sie gelten als bestes und zugleich preiswertes Mittel im Kampf gegen Krach. In Teile der Anklamer, der Wolgaster, der Stralsunder und der Bahnhofstraße wurde Tempo 30 nachts verordnet. Laut Stadt wurde in diesen Abschnitten der Lärm um zwei bis drei Dezibel reduziert. Das entspricht fast einer Halbierung des Verkehrslärms. Außerdem gibt es jetzt eine „grüne Welle“ in der Wolgaster Straße. Auch die Förderung des Radverkehrs und die Schaffung von Schnittstellen mit Bus und Bahn gehören zu den damals beschlossenen Maßnahmen. Einige, so der Bau einer Radstation am Bahnhof und der lärmmindernde Umbau der Mühlenstraße werden in naher Zukunft umgesetzt.

Mit den bisher umgesetzten Maßnahmen sei die Zahl der Greifswalder, die zu viel Krach ausgesetzt sind, am Tag mehr als halbiert worden, nämlich von 4.174 auf 1.984. Nachts sind es 2.062 statt 2.978. So steht es in den aktuellen Lärmkarten, die Belastungen auf der Grundlage von Berechnungen zur Zahl der Fahrzeuge und deren Emissionen ausweisen.

Das subjektive Empfinden der Fragebogenteilnehmer widerspricht diesem positiven Bild. „Noch immer fühlen sich 80 Prozent der Greifswalder tagsüber gestört“, informiert Reimann. Abends sind es zwei Drittel und nachts 57 Prozent. Bei der aktuellen Befragung wird der Krach in den Hauptverkehrsstraßen Stralsunder, Grimmer, Wolgaster, Anklamer und Bahnhofstraße kritisiert.

Auf einer Bürgerversammlung wurden weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Situation entwickelt. Dazu gehören weitere Geschwindigkeitsbeschränkungen, mehr Einbahnstraßen, Durchfahrtsverbote für Wohngebiete, Lärmschutzwälle und ein besserer ÖPNV. Weitere Ideen durch Ausfüllung der Fragebogen können noch bis Ende November geäußert werden. „Bei der regen Beteiligung der Anwohner erwarte ich gewinnbringende Vorschläge zur Reduzierung des Straßenlärms“, sagt Bausenatorin Jeanette von Busse (CDU). Die Arbeitsgruppe Verkehr fasst die Vorschläge zusammen und prüft die Möglichkeiten zur Umsetzung.

In Stralsund wurde schon die Fortschreibung des Lärmaktionsplans beschlossen. „Die Einrichtung neuer Tempo-30-Zonen ist bei uns kein Thema“, informiert Henning Steinbach, der Leiter der Bauaufsicht. „Stralsund hat unter vollständiger Ausnutzung der rechtlichen Möglichkeiten vor einigen Jahren in Wohngebieten flächendeckend Tempo-30-Zonen eingerichtet.“ Laufend werde geprüft, ob sich weitere Straßenzüge dafür eignen.

Oliver Dziemba (rechts), Leiter der Audiologie, und Oberarzt Dr. Aristoteles Aristeidou Quelle: HGW

„Die durch Lärm verursachte Schwerhörigkeit nimmt zu, und zwar besonders in Ballungsräumen“, bestätigt Oliver Dziemba, der Leiter der Abteilung Audiologie der HNO-Klinik der Unimedizin. „Man darf dabei das subjektive Empfinden nicht vergessen. Was für den einen Musik ist, ist für den anderen Krach.“ Allerdings seien Krach durch Autos nur ein Problem. Wer ständig über Ohrstecker oder Kopfhörer Musik höre, gefährde auch seine Gesundheit. „Auch wenn bestimmte Geräusche aus der Sicht des HNO-Arztes noch kein Problem sind, können sie psychologische Probleme verursachen“, erinnert Oberarzt Dr. Aristoteles Aristeidou. Er viele Jahre in Großstädten gewohnt. Im Vergleich sei es in Greifswald viel ruhiger. „Das hier viel Rad gefahren wird, ist dabei sehr hilfreich.“

Der Lärmaktionsplan

Zum Lärmaktionsplan gehören auch mittel- und langfristige Maßnahmen wie die Sanierung solch holpriger Fahrbahnen wie in der Steinbeckerstraße und der Bau von Kreisverkehren, z. B. Stralsunder Straße/Ladebower Chaussee. Ein Schwerpunkt ist die Förderung des Radverkehrs. Auch neue Bäume sollen im Kampf gegen Lärm helfen.

Wer Anregungen geben möchte: https://www.greifswald.de/de/.galleries/Amt-60-Stadtbauamt/60-Umweltamt/2018-06-11_Fragebogen-HGW.PDF

Eckhard Oberdörfer

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