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Greifswald Der Katzenflüsterer
Vorpommern Greifswald Der Katzenflüsterer
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00:00 09.09.2013
Greifswald

Sie sind erst wenige Wochen alt. Die kleine weiße Katze und der grau-schwarz-getigerte Kater liegen eng aneinander gekuschelt auf einem Kratzbaum. Beide sind noch sehr scheu. Aber von Martin Klump lassen sie sich geduldig streicheln. Der 23-Jährige wird von seinen Kollegen beim Tierschutzbund auch der Katzenflüsterer genannt. „Wenn wir Katzen haben, die nicht an den Menschen gewöhnt sind, schicken wir Martin vor. Der hat ein sehr gutes Gespür für die Tiere und kann mit ihnen super umgehen“, sagt Tim Neetz, der seit Juli beim Verein in der Anklamer Straße 32 arbeitet.

Insgesamt 20 herrenlose Katzen leben dort zurzeit. Über 100 Tiere werden jedes Jahr in neue Familien vermittelt. Für Klump und Neetz sind das die schönsten Momente ihrer Arbeit. Der namenlose weiße Stubentiger mit seinen beiden Babys lebt mittlerweile seit einem Monat im Katzenhaus. Noch müssen sie in der Quarantänestation bleiben. Zwei davon gibt es.

Vier große Käfige stehen im ersten Zimmer, bestückt mit Futterschalen, Spielzeug, Katzentoiletten und kuscheligen Decken. „Die Kleinen bleiben da etwa vier bis sechs Wochen, bei den größeren Tieren ist es davon abhängig, wie stark sie erkrankt sind. Im Normalfall werden sie nach einer Woche verlegt“, sagt Neetz, der derzeit auf der Quarantänestation tätig ist.

Jeden Tag ab acht Uhr kümmert er sich gemeinsam mit zwei Kollegen um die Katzen. Füttern, Medikamente geben, Katzentoilette säubern. Hygiene wird groß geschrieben. Jedes Mal vor dem Betreten des Hauses desinfiziert sich Neetz die Hände. Auch die Schuhsohlen müssen sauber sein, werden mit Hilfe einer Wanne kurz in Desinfektionsmittel eingetaucht. „Sonst können die Katzen krank werden“, erklärt der 27-jährige studierte Biologe. „Ab elf Uhr beschäftigen wir uns dann mit den Tieren, damit vor allem die Kleinen sich besser an den Menschen gewöhnen“, ergänzt Neetz. Derzeit herrscht Aufnahmestopp. Denn der Tierschutzbund bangt um seine Zukunft. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht. Es könnte sein, dass wir ab November hier ausziehen müssen, weil das Haus verkauft wurde“, erzählt Martin Klump. Der Verein, der sich ausschließlich aus Spenden finanziert, nutzt die Räume derzeit für einen symbolischen Mietpreis von einem Euro. Mehr könnte sich der Tierschutzbund nicht leisten.

Mit dem neuen Eigentümer laufen derzeit Verhandlungen. Eine Einnahmequelle sind kleine Flohmärkte, die das Team im Haus organisiert. „Wir verkaufen hier alles Mögliche, das wir gespendet bekommen“, sagt Klump. Feste Preise gibt es nicht: „Jeder bezahlt das, was er für richtig hält.“ Das Geld wird dann für Futter, Medikamente oder Katzenstreu ausgegeben.

So sehr es auch schmerzt, momentan müssen die Mitarbeiter Tiere abweisen. Gerade steht ein junges Pärchen vor der Tür, das eine trächtige Katze abgeben möchte. „Sie hat wohl entzündete Augen und es scheint ihr äußerlich nicht gut zu gehen“, berichtet Klump. „Wir können leider nichts machen. Auch wenn es mir echt leid tut.“ Die Mitarbeiter verweisen derzeit alle an das Tierheim in Diedrichshagen. Dort werden sie laut Klaus Feiler jedoch genauso liebevoll betreut. Schwere Momente hat er in den vielen Jahren beim Tierschutzbund eine Menge erlebt. „Oft werden die Katzen einfach in einer Box vor dem Haus abgestellt. Das ist bitter.“

Christin Weikusat

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