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Greifswald „Der Klerus nahm, was und so viel er erlangen konnte“
Vorpommern Greifswald „Der Klerus nahm, was und so viel er erlangen konnte“
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00:00 12.02.2018
Rügen

In einem Abgabenregister des Bistums Roskilde werden 16 Orte auf Rügen erstmals erwähnt.

Das ehemalige Haus des von den Dänen eingesetzten Landpropstes in Ralswiek um 1860. REPRO: ANDRÉ FARIN

Ein von den Dänen eingesetzter Probst kümmerte sich in Ralswiek um das Führen des Registers oder das Eintreiben der Steuern. Er verwaltete die bischöflichen Güter und übte die geistliche Gerichtsbarkeit aus. Der alte Handelsplatz der Slawen war Hauptort des bischöflichen Besitzes auf Rügen. Hier entwickelte sich in fast vier Jahrhunderten ein ansehnliches „Tafelgut des Bischofs von Roskilde“ mit einem Wohnhaus, das zum Teil als Magazin für den dorthin gelieferten Roggen ausgebaut worden war.

Das damals praktizierte Abgabesystem funktionierte „ganz im Geiste der damaligen Zeit“, meinte der Historiker Professor Alfred Haas, denn „der Klerus nahm, was und so viel er erlangen konnte.“

Zu dem Bischofsroggen fielen später nämlich weitere Abgaben der Gläubigen für den einheimischen Geistlichen an, wie etwa der Schmalzzehnt von Gänsen, Lämmern und Hammeln oder das Priesterkorn, die 10. Garbe vom Feld oder der 10. Scheffel aus der Scheune.

Mit Binz und Wreechen werden zurzeit zwei 700 Jahre alte Siedlungen ihr Jubiläum in diesem Sommer feiern. Arbeitsgruppen beraten über die bestmögliche Ausgestaltung und einen würdigen Rahmen. Einen Haken hat die Sache: Sie können sich dabei leider nicht auf ein genaues Datum mit Jahreszahl berufen, denn beides fehlt auf der Urkunde. Experten haben sich beim Einarbeiten des Dokuments in die Veröffentlichung des Pommerschen Urkundenbuches auf das Jahr 1318 geeinigt und damit weitere Diskussionen um das Alter der Quelle vorerst beendet. Diesen und weiteren Feiern steht demnach nichts mehr im Wege. Ein Abgabenregister sorgt wenigstens sieben Jahrhunderte nach seiner Wirksamkeit für große Freude.

Folgende Ortschaften auf Rügen wurden 1318 erstmals urkundlich erwähnt: Binz, Burtevitz, Glewitz, Grabow bei Poseritz, Grabow auf Zudar, Granitz, Lonvitz, Marlow, Mustitz bei Zirkow, Neparmitz, Neuendorf bei Putbus, Pastitz, Poppelvitz auf Zudar, Klein Stubben, Wreechen und Zeiten.

Info: Die Pommerschen Urkundenbücher für 786 bis 1325 sind zu finden auf http://kpbc.umk.pl/dlibra/publication/14081.

OZ

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