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Der Vogel des Jahres: Ein komischer Kauz?

Greifswald Der Vogel des Jahres: Ein komischer Kauz?

20 bis 30 Waldkauz-Paare gibt es in Greifswald, ihre Brutplätze sind bedroht / Morgen Exkursion mit dem Naturschutzbund

Greifswald. Etwa 40 Zentimeter ist er groß, hat schwarze Augen und rindenfarbene Federn: der Waldkauz, Vogel des Jahres 2017. Wer ihn in freier Wildbahn beobachten und etwas über ihn lernen will, kann sich morgen einer Exkursion des Naturschutzbundes Nabu anschließen, ab 17.30 Uhr am Greifswalder Elisenhain.

 

OZ-Bild

Maueraufenthalt: Ein alter Waldkauz in einer Nische.

Quelle: Foto: Norbert Vilcsko

Die Auszeichnung Vogel des Jahres wird seit 1971 vom Nabu und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) vergeben und soll auf Arten aufmerksam machen, die gefährdet sind oder für gefährdete Lebensräume stehen. Der Waldkauz wurde als Stellvertreter für alle Eulen gewählt und soll um den Erhalt von alten Bäumen in Wäldern und Stadtparks werben.

In Greifswald geht es dem Vogel recht gut. Die Fachgruppe Ornithologie Greifswald, die mit dem Nabu zusammenarbeitet, zählt regelmäßig Vögel. Wie viele Waldkäuze es im gesamten Landkreis gibt, ist nicht registriert, im Stadtgebiet aber werden die Zahlen seit 2011 erfasst – und sind stabil.

„Im Elisenhain gehen wir von 9 bis 13 Männchen aus, das ist das größte Revier in der Stadt“, erklärt Jens Köhler von der Fachgruppe. Aber auch im Botanischen Garten, im Stadtpark und im Volksstadion höre man Waldkäuze. Bei einer Zählung in diesem Monat wurden unter Einsatz von Klangattrappen insgesamt 18 der Vögel entdeckt. Der Nabu geht von 20 bis 30 Paaren aus. Eigene Nester bauen Waldkäuze kaum. Eier werden auf kahle Böden in Nistkästen, Scheunen, Kirchen oder Aushöhlungen in alten Bäumen abgelegt. Zu wenige Waldbäume machen dem Waldkauz daher zu schaffen.

Seine natürlichen Brutplätze sind gefährdet, bestätigt das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Güstrow (Lung). Die Holzindustrie verlange Material junger Bäume. Aushöhlungen entstünden jedoch meist erst in alten Bäumen, wenn sie umstürzen oder Äste abbrechen. Damit Brutplätze erhalten bleiben, müssten Bestände geschützt werden. Denn Naturschutzgebiete wie der Elisenhain oder Stadtparks reichen nicht aus, um Habitate und Arten zu erhalten. Solche „Inselpopulationen sind der Beginn des Artensterbens“, sagt man beim Lung.

Die Teilnehmer der morgigen Exkursion sollten Taschenlampen dabei haben. Denn das „Huhuhuu“ des Männchens, bekannt auch aus Gruselfilmen, hat schon manche Angst geweckt. So galten Waldkäuze bei der Landbevölkerung noch im 19. Jahrhundert als Totenvögel, erzählt Köhler. „Heute sind wir zum Glück aufgeklärt und sehen den Waldkauz realistisch: als wertvollen Bestandteil unserer Natur“.

Treffpunkt: Zum Strohkamp , Eingang Elisenhain (Friedrichshagen).

chg

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