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Der erste Dauerdirektor

Greifswald Der erste Dauerdirektor

Christian Saalbach leitete die Universitätsbibliothek von 1698 bis 1713.

Greifswald. 1698 wurde Christian Saalbach der erste „eigentliche Direktor“ der Universitätsbibliothek Greifswald, wie es in der Geschichte des pommerschen Wissensspeichers heißt. Zuvor hatten sich die Dekane der Philosophischen Fakultät abgewechselt. Da kam jeder in seiner Laufbahn meist mehrfach an die Reihe. Im Jahr des 300. Bestehens der Uni, 1756, zählte die Philosophische Fakultät nur fünf Professoren. Saalbach wurde selbst mehrfach zum Dekan gewählt.

Der Hochschullehrer hat die Bibliothek nicht nur geleitet, auch der älteste erhaltene Katalog geht auf sein Konto. Er entstand 1703 bis 1706 und ordnete nach fachlichen Kriterien. Saalbach starb am 23. Januar 1713, also vor 300 Jahren. Wie Horst Hartmann in einem Beitrag in den Baltischen Studien informiert, war der gebürtige Sachse schon im Alter von 28 Jahren Professor für Poesie und Beredsamkeit in Pommern geworden. Das war 1681. Hartmann charakterisiert Saalbach als bedeutenden Professor und Berufspoeten. Zum Beleg für dessen Bedeutung führt er an, dass diesem bei seinem Tod 20 Trauergedichte gewidmet wurden. Üblich seien sieben bis acht gewesen. Sein Kollege Jakob Heinrich Balthasar rühmte ihn als „Säule“ und „Pfeiler“ der Universität. In einem Gedicht des Jurastudenten Adolph von Hartmannsdorf heißt es gar über Saalbach: „Das Pommernland jetzt und beraubt seiner Zier“.

Saalbach hat eine große Zahl von Liedern in lateinischer und deutscher Sprache verfasst. 85 Prozent sind Trauergedichte. Dabei hat der Poesieprofessor großen Wert auf Formenreichtum gelegt. Hartmann zeigt eindrucksvoll, das Saalbach dabei stets den Beruf des Verstorbenen im Auge hatte. Als der Arzt Matthäus Clemasius 1702 starb, reimte er: „So gehts. Der Tod behält doch hier zuletzt das Feld.

Vor ihm besteht kein Arzt. Er zwinget alle Welt.“ Dem Landesherren, dem schwedischen König, widmete Saalbach mehrere Gedichte und meinte „Es müsse König Carl auf lauter Rosen gehen“. eob

OZ

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