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„Der schwarze Nazi“ lockte mehr als 100 Zuschauer ins Kino

Greifswald „Der schwarze Nazi“ lockte mehr als 100 Zuschauer ins Kino

Was macht einen Deutschen deutsch? Die Antwort des in Leipzig lebenden gebürtigen Kongolesen Sikumoya Mumandi, der unbedingt deutscher Staatsbürger werden wollte, ...

Greifswald. Was macht einen Deutschen deutsch? Die Antwort des in Leipzig lebenden gebürtigen Kongolesen Sikumoya Mumandi, der unbedingt deutscher Staatsbürger werden wollte, ist einfach: „Die deutsche Kultur.“ Sein Zusatz „Alles Undeutsche muss vernichtet werden“ ist aber selbst der Nationalen Partei Ost (NPO) eine Spur zu scharf. Bei einer Pressekonferenz, auf der Mumandi bizarrerweise als „Integrationsbeauftragter“ der rechtsradikalen Partei vorgestellt wird, versucht der Vorsitzende das „Vernichten“ als Scherz abzutun. Aber er kann den „schwarzen Nazi“ nicht mehr zurückhalten: Mumandi und seine neuen NPO-Freunde versuchen mit radikalen Aktionen das Undeutsche zu bekämpfen. Mumandi hält Deutschen vor, keine deutschen Gedichte auswendig zu können und keine deutsche Kleidung zu tragen. Und er, der erst kürzlich seinen Einbürgerungstest bestanden hat, gibt ihnen Nachhilfe in deutscher Kultur.

 

OZ-Bild

Aloysius Itoka spielt die Hauptfigur Sikumoya Mumandi. Er wird „Integrationsbeauftragter“ einer rechtsradikalen Partei.

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Diese Filmgroteske „Der schwarze Nazi“ wurde am Dienstagabend in Greifswald gezeigt. Mehr als 100 Zuschauer sahen sich im Cinesta die verstörende Geschichte des Dunkelhäutigen an, der die Neonazis rechts überholt. Das Lachen blieb im Halse stecken.

Die Veranstaltung wurde von „Storch Heinar“ organisiert, dem Politsatire-Projekt der SPD in MV. Im anschließenden Filmgespräch erklärte Regisseur Karl-Friedrich König unter anderem, wieso die dargestellten Rechtsradikalen so authentisch wirkten. Zudem wollte ein Kinogänger von den anwesenden SPD-Landtagsabgeordneten Julian Barlen und Patrick Dahlemann wissen: „Warum setzt die SPD den fremdenfeindlichen Parolen der NPD nichts entgegen?“ Als Antwort verwiesen die Politiker darauf, dass zahlreiche „Storch Heinar“-Plakate aufgehängt wurden.

Kai Lachmann

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