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Greifswald Dersekow übernimmt jetzigen Schulbau
Vorpommern Greifswald Dersekow übernimmt jetzigen Schulbau
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00:05 01.12.2017
In das Innere der Grundschule „Lütte Nordlichter“ mit ihrer erst vor wenigen Jahren sanierten Fassade müssten Millionen investiert werden. Das Amt will lieber neu bauen. Bisherige Pläne der Gemeinde sehen nach Übernahme des Hauses den Abriss einer Etage vor, der Hort soll bleiben. Quelle: Fotos: Peter Binder, Eckhard Oberdörfer
Dersekow

Die Gemeinde Dersekow übernimmt das jetzige Gebäude der „Lütten Nordlichter“ nach der Fertigstellung des Baus einer neuen Grundschule. Den plant inklusive der Errichtung einer neuen Turnhalle das Amt Landhagen als Schulträger.

Eine Verpflichtung zur Sanierung lehnt die Volksvertretung ab / Ob das Haus Gemeindezentrum wird, ist noch offen

Mit dem Dersekower Grundsatzbeschluss können die Planungen für die neue Investition vorangetrieben werden. „Das Amt braucht Klarheit“, betonte der stellvertretende Bürgermeister Robert Lossau auf der Sitzung der Gemeindevertretung am Mittwochabend. Ein Abriss der alten Schule würde rund 230000 Euro kosten, führte er aus. Auch müssten in diesem Fall Fördermittel für die erst vor wenigen Jahren sanierte Fassade zurückgezahlt werden. Diese Kosten müssten bei Nichtübernahme des jetzigen Schulbaus in der Planung berücksichtigt werden. Eine mit Zahlen zu Kosten untersetzte konkrete Planung ist Voraussetzung für die Einwerbung von Fördermitteln. Der Zeitplan für die Eröffnung der neuen Schule sieht laut Lossau derzeit das Schuljahr 2020/21 vor. Die Weichen dafür seien schon gestellt worden.

Die Abgeordneten Antje Schmidt, Ilona Goschin und Hans-Joachim Schulz sorgen sich, dass Dersekow eine Sanierung des Gebäudes für die anschließende Einrichtung eines Gemeindezentrums mit Arztpraxis, Friseur, Gemeindetreff und Raum für Vereine nicht bezahlen kann. Man könne nicht die Verpflichtung für eine zwei Millionen Euro teure Sanierung der alten Schule übernehmen, argumentierte Antje Schmidt mit Erfolg. Über die Einrichtung eines Gemeindezentrums im jetzigen Schulhaus müsste man noch intensiv diskutieren. Die in dem Beschlussvorschlag für die Gemeindevertretung vorgesehene Verpflichtung für die Gemeinde, das Schulhaus schnell – möglichst mit Fördermitteln – zu sanieren, wurde gestrichen.

Letzten Endes stimmten alle neun Volksvertreter nach längerer Diskussion für die Übernahme der alten Schule in Gemeindebesitz. Auch der Schulhort soll nach diesem Plan im Haus bleiben. Laut Lossau würde allein die Sanierung des jetzigen Horts der Volkssolidarität laut Schätzung 1,5 Millionen Euro kosten, der alternative Neubau 1,8 Millionen Euro. Wie Bürgermeister Ditmar Virgils informierte, gibt es Interesse anderer Kindertagesstättenbetreiber zur Übernahme des Horts und auch für die Errichtung eines zugehörigen Gebäudes. „Ich habe bereits unverbindliche Gespräche geführt“, so Virgils.

Wie Lossau weiter ausführte, müsste in der alten Schule auch kein Gemeindezentrum entstehen. Die Einrichtung von Wohnungen oder einer Tagespflege sei beispielsweise alternativ denkbar. Um Wirtschaftlichkeit zu erreichen, müsse eine Etage abgerissen werden. Wie auf der Sitzung bekannt wurde, gibt es eine Alternative für die Praxis eines Allgemeinmediziners, eines Friseurs, eines Landmarktes und möglicherweise einer Abholapotheke im Haus. Der Dersekower Steffen Deepe will das alte Gutshaus erwerben. „Ich könnte dort Kleingewerbe integrieren und möchte Arbeitsplätze schaffen“, sagt er. Für seine Planungen benötige er Klarheit, ob das Gemeindezentrum in der Schule kommt oder nicht. Eine Alternative fürs Gutshaus könnte die Einrichtung von betreuten Wohnungen sein.

Eckhard Oberdörfer

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