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Designerin fragt an: Warum ist Runge nicht Welterbe?

Wolgast Designerin fragt an: Warum ist Runge nicht Welterbe?

Fachleute aus der Region äußern Ideen für wirksames Wolgaster Marketing

Wolgast. „Warum ist Runge nicht Welterbe, wo doch die historischen Altstädte von Stralsund und Wismar und seit dieser Woche sogar ein belgisches Bier zum Welterbe gehören?“ Friz Fischer, Designerin aus Stralsund, stellte diese Frage beim dritten Wolgast-Forum am Mittwochabend in den Raum. Und meinte sie nicht als Scherz. Der bekannte, in Wolgast geborene Maler der Romantik, Philipp Otto Runge (1777-1810), würde sich ihrer Meinung nach hervorragend als zugkräftiger Werbeträger für die Stadt am Peenestrom eignen. Aufbauend auf dem vielfältigen künstlerischen Schaffen und Wirken Runges, sei ein professionell erarbeitetes Stadtmarketing und ein Quartiers- beziehungsweise Citymanagement ein guter Ausgangspunkt für eine gezielte positive Stadtentwicklung. Die Stralsunderin machte den etwa 50 Wolgastern, die erwartungsvoll ins Postel gekommen waren, am Beispiel Stralsunds Mut, sich eine Marke zuzulegen und auf die Altstadt als Pfund zu setzen. „Wichtig ist, dass in Wolgast festgefahrene Strukturen aufgebrochen werden, man sich Helfer sucht und gemeinsam an Erfolgen Spaß hat.“

Der erfahrene Greifswalder Stadtplaner Lothar Meinhardt rät den Wolgastern, sich bereits jetzt auf die Zeit nach der Fertigstellung der geplanten Ortsumgehungsstraße vorzubereiten. Wolgasts Image als Stadt, in der man im Stau steht, sei dann etwas Neues entgegenzusetzen. „In Wolgast kann man, anders als auf Usedom, kostenlos parken – das wäre ein positives Zeichen“, findet Meinhardt. „Und reichlich Busparkplätze für Altstadtbesucher“, fügte er hinzu. Reizvoll wäre zweifellos eine Radwegtrasse über Peenemünde per Fähre nach Freest oder Kröslin und über Wolgast zurück in den Inselnorden. Auch eine behindertengerechte Innenstadt sei heutzutage ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor. Den Ortskern als Anziehungspunkt zu erhalten und zu stärken, bedeute auch, „die vorhandenen Ladenlokale nicht zuzumauern und Wohnungen daraus zu machen“. An einer interessanten Einkaufs- und Gaststättenlandschaft führe, wenn Publikum angelockt und die Lebensqualität für die Bewohner erhalten und verbessert werden soll, kein Weg vorbei.

Dr. Kristina Koebe, die sich für Rostocks Stadtentwicklung starkmacht, plädierte für ein Engagement kleiner Gruppen. „In Wolgast gibt es noch so viel Gestaltungsspielraum, um Ideen umzusetzen“, meinte sie und empfahl den Willigen, zunächst einzelne konkrete Themen anzugehen, kompetente Leute aus Verwaltung und Politik einzubinden und konkrete Schritte festzulegen, was zu tun ist. Aus dem Kreise der Zuhörer wurde spontan auf ein seit etwa 20 Jahren schwelendes Problem hingewiesen: Ein Ziel wäre es, dass der hässliche Bauzaun an der Baulücke in der Steinstraße endlich verschwindet und das dahinter befindliche Gelände gestaltet wird. Zu bildende Arbeitsgruppen haben also eine erste Aufgabe. Und auch die drei Experten aus Rostock, Stralsund und Greifswald, die den Wolgastern Mut machten, wollen sich weiter einbringen. Das nächste Wolgast-Forum ist am 19. Januar 2017 vorgesehen.

Tom Schröter

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