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Greifswald Deutlich mehr Zwangsversteigerungen wegen Usedom
Vorpommern Greifswald Deutlich mehr Zwangsversteigerungen wegen Usedom
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00:01 31.03.2016

Die umstrittene Gerichtsreform in MV ist aus der öffentlichen Debatte weitgehend verschwunden. „Beschwerden von Bürgern über eine lange Anreise sind die große Ausnahme“, sagt Thomas Maron, Geschäftsstellenleiter in Greifswald. Das Amtsgericht in der Kreisstadt hat nach der Reform doppelt so viele Mitarbeiter wie vor zwei Jahren und seinen Zuständigkeitsbereich erheblich vergrößert. Tägliche und teilweise sehr lange Sprechzeiten würden den Besuchern entgegenkommen, schätzt Maron ein.

Seit September 2015 ist Greifswald auch für den früheren Amtsgerichtsbezirk Wolgast zuständig. Teile Anklams kamen schon im Oktober 2014 zu Greifswald, das nun ferner für die Ämter Peenetal/Loitz und Jarmen-Tutow zuständig ist. Sie gehörten früher zum Bereich Demmin. „Die Mitarbeiter aus Anklam und Wolgast sind vernünftig angekommen und wir haben erste Erfahrungen gesammelt“, schätzt Amtsgerichtsdirektor Jörg Dräger ein.

Gerade für die Usedomer bringe das vergrößerte Amtsgericht Vorteile. Auf der Insel gab es einen großen Stau bei Angelegenheiten rund um die Grundbücher. „Das Personal in Wolgast reichte zur Bearbeitung nicht aus“, schätzt Dräger ein. Auch dank Unterstützung anderer Amtsgerichte werde der Rückstand im neu gebauten Greifswalder Grundbuchamt abgebaut. „Wir sind auf einem guten Weg“, findet Dräger. „Aber von heute auf morgen ist das nicht zu schaffen.“ Bei besonderer Eilbedürftigkeit würden Akten bei der Bearbeitung „vorgezogen“, aber normalerweise würden diese in der Reihenfolge des Eingangs abgearbeitet. „Wir planen, dass wir Ende des Jahres die Rückstände aufgearbeitet haben“, blickt er voraus.

Usedom beschert Greifswald einen deutlichen Anstieg der Zahl der Zwangsversteigerungen von Grundstücken. „Auf der Insel gibt es viele lukrative Objekte. Eine große Zahl von Zwangsversteigerungen war in Wolgast normal“, kommentiert Maron. Zwar lassen sich die absoluten Zahlen wegen der Gerichtsreform nur bedingt vergleichen, aber sie sind beeindruckend. Für Greifswald (mit Verfahren aus Anklam und ab Oktober Loitz/Peenetal und Jarmen-Tutow) waren es 2014 insgesamt 38 Verfahren. 2015 nennt die Statistik (inklusive Wolgast) 209. „Wir bekamen im letzten Jahr allerdings mehrere große Zwangsversteigerunsgsverfahren“, erläutert Maron. Bei solchen Verfahren geht es in der Regel um größere Objekte mit vielen Wohnungen und dann auch vielen Eigentümern.

In Greifswald wurden 2008 noch 76 neue Verfahren registriert. Damals war das Amtsgericht nur für die Hansestadt und den 1994 aufgelösten Kreis Greifswald zuständig.

Schon bis 2012 sank die Zahl auf 36. Im Jahre 2013 gab es dann zwar 81, aber 28 davon gehörten zu einem Großverfahren. eob

OZ

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