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Greifswald Deutsche Firmen ziehen sich zurück
Vorpommern Greifswald Deutsche Firmen ziehen sich zurück
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00:00 25.08.2014
Wolfram Rehbock. Quelle: eob
Greifswald

Die Ukraine befindet sich wirtschaftlich auf Talfahrt. „Die letzten Zahlen gehen von einem Sinken des Bruttoinlandsproduktes um 13 Prozent in diesem Jahr aus, gerechnet wurde mit zwei bis drei Prozent“, schätzt Experte Wolfram Rehbock ein.

Der Anwalt sprach im Rahmen der in Europa außerhalb der Ukraine einmaligen Sommerschule „Ukrainicum“ im Krupp-Kolleg. Sie ging gestern zu Ende. Rehbocks Thema: „Die Ukraine zwischen zwei Stühlen. Die deutsch-ukrainischen Wirtschaftsbeziehungen — Rückblicke und Aussichten“. Der Rechtsanwalt betreut seit 2002 in Kiew vor allem Direktinvestitionen. Er ist Vorsitzender des Deutschen Anwaltvereins in der Ukraine. „Seit dem Sommer 2013 haben wir keine einzige Firmengründung mehr betreut“, informierte Rehbock. Dann kamen die Ereignisse auf dem Maidan, dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew, und der Sturz des Präsidenten Janukowitsch. Aktuell sprechen in der Ostukraine die Waffen. Nicht gut für die Wirtschaft. „Seit Februar betreuen wir mehr Verkäufe und Liquidationen von Firmen“, berichtete der Anwalt. Als Erste seien die „Heuschrecken“ unter den Immobilienunternehmen gegangen. „Bei Besserung der Lage kommen die sofort wieder.“ Bleiben würden jetzt vor allem die Unternehmen, die strategische Ziele verfolgen oder bereits fest verwurzelt sind. Beispielsweise BASF als großer Verkäufer von Düngemitteln und anderen chemischen Produkten. Insgesamt seien rund 1000 deutsche Firmen im Land aktiv.

Die optimistische Prognose der Weltbank, die 1991 meinte, dass sich die Ukraine unter allen ehemaligen Sowjetrepubliken am erfolgreichsten entwickeln werde, war schlichtweg falsch. Langfristig sieht Rehbock aber große Chancen. Die Ukraine sei in der Lage, durch mittels des umstrittenen Frackings gefördertes Erdgas wie die USA zum großen Exporteur dieses Brennstoffs zu werden. Beim Export von Weizen könnte die Ukraine mit ihren Schwarzerdeböden die Nummer eins der Welt sein.

Mit Russland bestünden gewachsene Handelsbeziehungen, erinnerte Rehbock. Der Warenaustausch mit dem Nachbarn sei umfangreicher als mit der gesamten EU. Um gleichermaßen im Westen erfolgreich zu sein, müssten erst die hohen Hürden der EU mit der Vielzahl von Regelungen für Waren überwunden werden. Der Zoll sei mit 2,7 Prozent jetzt schon niedrig. Rehbock sieht entscheidende Probleme in der allgegenwärtigen Korruption, schlechter Staatsführung und dem Fehlen eines Rechtsstaates, in dem unabhängige Richter das letzte Wort haben.



eob

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