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Greifswald Dichterhaus: Stadt macht Druck auf Eigentümer
Vorpommern Greifswald Dichterhaus: Stadt macht Druck auf Eigentümer
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00:00 08.10.2016
Josephine Schönbrodt und Jan Maria Meissner überzeugten mit ihrer Sybilla-Schwarz-Performance bei der Mahnwache. Quelle: Eckhard Oberdörfer

Für Cornelius Siller wird es eng. 2017 könnte ein Instandsetzungs- und Modernisierungsgebot für sein Haus Baderstraße 2 erlassen werden, informiert Stadtsprecherin Andrea Reimann.

Das denkmalgeschützte Gebäude steht seit Jahren leer und müsste dringend saniert werden. Es ist das Geburtshaus der berühmten Barockdichterin Sybilla Schwarz. Ein Verein möchte das Gebäude übernehmen und ein Zentrum zur Förderung von Wissenschaft, Forschung, Kunst und Kultur errichten. Siller lehnt indes einen Verkauf trotz lukrativer Angebote in der Vergangenheit ab.

Gestern machte der Sybilla- Schwarz-Verein mit einer Mahnwache vor dem Gebäude erneut auf den unhaltbaren Zustand aufmerksam. Nächste Woche soll die Tafel mit Lyrik von Schwarz auf einer Holzplatte am Haus durch eine neue ersetzt werden.

Das Theater Phoebus sorgte mit seiner Sybilla-Schwarz-Performance für die richtige Stimmung. „Unser Ziel ist, zum 400. Geburtstag der Dichterin 2021 mit dem Sybilla-Schwarz-Zentrum in das Haus einzuziehen“, sagte die Vereinsvorsitzende Sonja Gelinek bei der Mahnwache. Ein anderer Ort sei nicht vorstellbar. Auch die beiden anderen Greifswalder Literaturhäuser, die für Hans Fallada und Wolfgang Koeppen, befänden sich in deren Geburtshäusern. Die Bürgerschaft hatte im Juni 2016 die Prüfung eines Instandsetzungs- und Modernisierungsgebot für Eigentümer Siller beschlossen. Der zunächst bevorzugten Enteignung würde die Landesregierung aller Voraussicht nach nicht zustimmen (die OZ berichtete).

Wie Andrea Reimann informierte, wurde gerade ein Büro für die Anfertigung eines Modernisierungsgutachtens ausgewählt. Dem Eigentümer werde mitgeteilt, dass er den Gutachter Ende Oktober ins Haus lassen soll. Das Gutachten soll im ersten Quartal 2017 vorliegen. Allerdings kann Siller den Zutritt verwehren und vor Gericht ziehen. Die Stadt schätzt ein, dass die Untersuchung und anschließend der Erlass des Instandsetzungs- und Modernisierungsgebotes dann erst 2019 erfolgen können. Es hätte keine Komplettsanierung zur Folge. Das Gebot beträfe nur die Erhaltung des Hauses und die Fassade.

Für Gelinek ist das unbefriedigend. Sie hätte sich gewünscht, dass ein Enteignungsverfahren eingeleitet wird.

eob

Dei een hett Angst, dei anner kricht Angst, den eenen sitt dei Angst in'n Nacken un wedder eenen is angst un bang.

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