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Greifswald Die Amme aus der Flasche
Vorpommern Greifswald Die Amme aus der Flasche
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00:05 22.09.2016
Die Leiterin der Greifswalder Milchküche am Klinikum, Marita Sponholz, überprüft Flaschen mit Frauenmilch. Quelle: Stefan Sauer

Am Universitätsklinikum haben rund 50 Experten aus Deutschland über hygienische Anforderungen und den Einsatz von Muttermilch bei Frühgeborenen beraten. Die Muttermilch sei aufgrund ihrer Inhaltsstoffe und Verträglichkeit die gesündeste und beste Mahlzeit für Neugeborene, betont Matthias Heckmann, Leiter der Abteilung Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin am Greifswalder Klinikum. Darüber hinaus biete die natürliche Ernährung auch lebenslange Vorteile, da sie zum Beispiel das Risiko mindere, später übergewichtig oder zuckerkrank zu werden.

Dass das Stillen die beste Ernährung für Neugeborene ist, darüber besteht in breiten Teilen der Gesellschaft heute Konsens. Mit der Besinnung auf die Vorteile des Brustgebens erlebt inzwischen auch ein weiterer Trend wieder Aufwind: Das Verfüttern von Frauenmilch an fremde Babys. Frühchen gedeihen besser, wenn sie statt künstlicher Milch die fremder Frauen erhalten. Als Spenderinnen kommen junge Frauen in Betracht, die ihre eigene Milch nicht vollständig nutzen.

Seit 2014 gibt es eine Frauenmilchbank am Greifswalder Klinikum. Bevor eine Mutter zur Spenderin wird, wird sie umfassend auf Erkrankungen gecheckt und die Milch auf Keime untersucht. Die rohe Milch ist dann tiefgekühlt bei -20 Grad bis zu sechs Monate haltbar. Bevor die Milch an Frühchen gegeben wird, werde sie nochmals auf Keimbelastung untersucht.

In Greifswald setzt man wie in Leipzig sogar auf die Gabe von roher, also nicht pasteurisierter Frauenmilch. Es sei erwiesen, dass durch die Pasteurisierung – also das Erhitzen der Milch auf 62,5 Grad Celsius – nicht nur potenziell infektiöse Bakterien und Viren abgetötet werden, sondern auch jene Immun- und Abwehrstoffe und biologisch aktive Substanzen wie Laktoferrin, die sich förderlich auf das Gedeihen der Frühchen auswirken, erklärt Heckmann. Die Gabe roher Frauenmilch stellt allerdings besonders hohe Qualitätsanforderungen. So hat das Universitätsklinikum eine Leitlinie erarbeitet, die strenge Maßstäbe unter anderem für die Aufbereitung und Lagerung von roher Frauenmilch festlegt.

Der Bedarf an Frauenmilch für Frühchen kann in Deutschland derzeit nicht gedeckt werden. In Greifswald werden stillende Frühchenmütter aktiv angesprochen, wie die Neonatologin Anja Lange erklärt. Das geschieht natürlich nur, wenn sie genügend Milch haben, um auch andere Frühchen damit zu versorgen.

OZ

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