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Greifswald Die Inselkrabben vom Riems
Vorpommern Greifswald Die Inselkrabben vom Riems
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00:00 04.10.2017
Angelina (4) und Nick (5) lieben die Kneipp-Anwendungen. Die beiden machen Armgüsse und haben keine Scheu vor kaltem Wasser. FOTOS (6): PETER BINDER
Riemserort

Sie liegt außerhalb, war jahrelang ein Sorgenkind der Stadt und feiert nächstes Jahr im Mai ihr 50-jähriges Bestehen: Die Kindertagesstätte „Inselkrabben“ in Riemserort ist heute nicht nur die tatsächlich älteste Kita Greifswalds, sondern auch ein Ort der Zukunft. Gerade erst hat die zum städtischen Eigenbetrieb „Hansekinder“ gehörende Einrichtung die Genehmigung erhalten, mehr Kinder aufzunehmen. 50 Mädchen und Jungen, 18 davon im Krippenalter, werden in der Kita von sieben Erzieherinnen betreut. Gern würden noch mehr Eltern ihre Kinder in das alte, reetgedeckte Haus bringen, das gerade teilsaniert wurde und unter Denkmalschutz steht. Doch wie in fast allen Betreuungseinrichtungen gibt es auch in Riemserort eine Warteliste.

In Greifswalds ältester Kita laufen die Kinder barfuß und gehen zum Wassertreten in den Bodden

Besonders stolz sind die Mitarbeiter, dass die Kita seit 2010 eine vom Kneipp-Bund zertifizierte Einrichtung ist. „2008 war die Kita hier am Ende – kein Konzept, keine Kinder. Es musste was passieren“, erinnert sich Margit Redmer, die seit 2009 die Kita leitet. „Wir haben uns dann entschieden, Kneipp-Kita zu werden. Hier ist der Bodden in der Nähe, da waren sich alle einig, dass es was mit Wasser werden muss“, berichtet sie. Seitdem hat die Kita wieder großen Zulauf. Neben Riemser und Gristower Kindern werden auch die Sprösslinge von Mitarbeitern des FLI und IDT Biologika betreut.

Heute machen die Mädchen und Jungen regelmäßige Wasseranwendungen. Dazu gehören Wassertreten in der Kita und im Bodden, Armbäder, Kniegüsse, Tau- und Schneetreten. Von Mai an bis Ende September laufen Kinder und Erzieher barfuß. „Fünf unserer Erzieher haben eine Zusatzqualifikation als Kneipp-Gesundheitserzieher. Sie wenden die Kneippsche Gesundheitslehre an“, schildert Margit Redmer. Dazu gehören Bewegung, Wasseranwendungen, Kräuter, Ernährung und die Lebensordnung. „Wenn alle fünf miteinander harmonieren, fühlen wir uns gesund“, weiß Redmer.

Zum pädagogischen Konzept bei den „Inselkrabben“ gehört auch die erlebnisorientierte Pädagogik. „Bei uns haben die Kinder Freiraum, sie dürfen alles selbst erkunden und entscheiden“, erläutert Evelyn Borgwald, die seit 1998 in der Einrichtung arbeitet. Das Angebot für die Knirpse ist riesig: Der am Hang liegende große Hof lädt zum Spielen und Toben ein. Dort gibt es auch den zum Kneipp-Konzept gehörenden Barfußpfad. Im nahen Wald sind die Kinder oft auf Entdeckungstour. Und im Sommer geht es an den Strand. Im Haus selbst gibt es für die Kinder und ihre Wünsche feste Räume: den Kreativbereich, den Bewegungsraum, die Kinderküche samt Restaurant, wo gegessen wird, eine kleine Bibliothek, eine Rollenspiel- und eine Bauecke, den Kneippraum. „Weil wir immer wieder die Beschäftigungsmaterialien wechseln, gibt es viel Abwechslung“, sagt Redmer.

Einen Schlafraum sucht man dagegen vergebens. „Das ist eine Besonderheit bei uns. Die Kindergartenkinder müssen nicht mehr schlafen. Die Eltern und wir Erzieher beobachten die Kinder und sprechen uns dann ab, ob der Mittagsschlaf noch sein muss. Wer natürlich müde ist, darf sich jederzeit hinlegen“, so die Leiterin.

Der Elternrat der Kita arbeitet eng mit dem Erzieherteam zusammen und unterstützt sie bei Festen und feiern. „Wir schätzen es sehr, dass seitens der Stadt in die Kita investiert wurde. Wichtig sind neben dem Charme der Einrichtung aber auch die Menschen, die sich um die Kinder kümmern. Margit Redmer und ihr Team leisten Herausragendes“, lobt Elternratsvorsitzender Stefan Lange. Mit den anderen Mitgliedern hofft er auf die Schaffung von Parkplätzen an der Kita, denn die fehlen bisher. Und er wünscht sich für die Kita einen Anteil vom neu geschaffenen Bürgerhaushalt, um damit interessante Projekte zusammen mit den Kleinen zu verwirklichen.

Cornelia Meerkatz

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