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Greifswald Die Kita mit dem eigenen Koch
Vorpommern Greifswald Die Kita mit dem eigenen Koch
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00:00 24.03.2017

Sie ist die Kindertagesstätte mit den meisten Nachfragen: Die Kita „Kleine Entdecker“ in der Gützkower Straße der Fleischervorstadt. Wohin man hört:

Fast alle Eltern wollen ihre Knirpse dort betreuen lassen, weil alle irgendwie gleich um die Ecke wohnen ... Aber einen Platz bekommt tatsächlich nur, wer bereits ein Geschwisterkind in der Kita hat – oder über beste Kontakte, im Volksmund auch Vitamin B genannt, verfügt.

Alexander Glandt, den alle Alex rufen, leitet die kommunale Einrichtung. Er beschränkt sich auf die Bestätigung des Erstgenannten. „Wir haben nur 62 Betreuungsplätze und pro Jahr gehen acht bis zwölf Kinder zur Schule. Im letzten Herbst haben wir diese Plätze nur mit Geschwisterkindern im Krippenalter besetzt“, sagt er.

Seit eineinhalb Jahren hat er in der 2010 neu gebauten Kita das Sagen. Die Kinder lieben ihren Alex, weil der „immer lacht und cool ist“, so die Wahrnehmung der Großen aus dem Kindergarten. Getoppt wird diese Zuneigung nur noch durch ihre Begeisterung für Sven Clemens, den zweiten Mann in der Kita. Er ist der Koch. Der 36-Jährige, der gestern Geburtstag feierte und vom neu gegründeten Chor extra ein Ständchen gesungen bekam, erfüllt den Mädchen und Jungen beim Essen so ziemlich jeden Wunsch – Hauptsache, es ist gesund. Mit größtem Appetit verputzen die Kinder sein Hähnchencurry, Nudeln mit Thunfischsoße und Couscous. „Was Sven kocht, schmeckt richtig gut“, meinen denn auch Smilla, Jette, Elias und Arthur von den Kindergartenkindern.

„Ich mache mir viele Gedanken, was auf den Tisch kommt“, sagt Sven Clemens. Er geht mit den Kleinen zum Markt und kauft ein, auf dem Hof wird eine Kräuterspirale angelegt, und er achtet sehr auf die Verwendung regionaler Produkte. Er lässt sich von ihnen beim Kochen zuschauen und beantwortet geduldig ihre Fragen. Und: „Er hat die Eltern auf seiner Seite. Gerade erst waren etliche von ihnen hier zum Verkosten und waren begeistert“, berichtet Alexander Glandt. Einige hätten erzählt, dass die Kinder überzeugt sind, dass bei Sven alles besser schmecke. „ Ein größeres Kompliment gibt es nicht“, findet der Kita-Koch.

Glandt erläutert, dass jetzt im Frühjahr das pädagogische Konzept des lebensbezogenen Ansatzes, also selbst machen und lernen, ideal mit dem Kochen verbunden werden könne. Die ABS habe ungenutzte Flächen auf ihrem Gelände Am Helmshäger Berg. Die Fünf- und Sechsjährigen werden dort in den kommenden Wochen Kartoffeln und Gemüse anbauen und später in der Kita verarbeiten.

Die ganz Kleinen erfüllen auch schon kleine Aufgaben. „Sie bringen zum Beispiel die Essenkarten zu Sven“, so Alex. Wer Lust hat, darf auch die Großen in deren Räumen besuchen. Und wie steht es um das Trockenwerden der Zwerge? „Es gibt nur nach dem Mittagessen eine feste Topf-Zeit. Aber wir zwingen niemanden. Die Erzieher beobachten die Kinder und führen sie behutsam an die Nutzung von Toilette oder Topf heran“, so seine Erfahrung. Bis zum Wechsel in den Kindergarten kommen dann alle Kinder ohne Windel aus.

Stolz ist das Team auf den Elternverein, „der uns großzügig unterstützt. Gerade erst haben wir neue Laufräder bekommen“, so Alex Glandt. Conny Hermann vom Elternverein ist froh, dass ihre Kinder dort betreut wurden bzw. werden. „Es ist einfach schön bei den ’Kleinen Entdeckern’. Die Erzieher sind toll. Die Kinder fühlen sich sehr geborgen“, schildert die 37-Jährige.

Cornelia Meerkatz

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