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Greifswald Die Kunst der Straße hautnah
Vorpommern Greifswald Die Kunst der Straße hautnah
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11:48 09.08.2018
Zusammen mit seinem Team organisiert Steffen Wikner die Präventiv-Woche „Urban Art“ (r.). Aufgewärmt hat er sich dafür in der der Integrative Wohngruppe der Norddeutschen Gesellschaft für Bildung und Soziales am Ryck mit den Jugendlichen Alizada Haseiini, Vanessa Remer und Mike Schmidt. Quelle: Christin Weikusat
Greifswald

Die Kreativität fördern, junge Menschen unterstützen, sie in die Graffiti-Kunst einzuführen: Der Street-Art-Künstler Steffen Wikner organisiert zusammen mit seinem Team ab kommendem Montag eine kulturelle Präventiv-Woche im Jugendclub Klex. Dort bieten die Macher der „Urban Art Woche“ verschiedene Workshops rund um das Thema Kunst und Kultur an. In mehr als zehn Kursen können sich Jugendliche und Erwachsene eine Woche lang ausprobieren. Dazu versammeln sich mehr rund 40 Künstler in der Universitäts- und Hansestadt.

Von „Tape-Art“ bis zu „Paste-up“ - die Vielfalt der Themen ist groß

Es ist das erste Mal, dass die Kurse über die ganze Woche verteilt angeboten werden. „Allerdings haben wir 1999 schon mit unserer Arbeit begonnen“, sagt Wikner. Ihm gehe es bei seiner Arbeit vor allem um eins: „Wir wollen, dass die Jugendlichen sich künstlerisch betätigen und wir wollen sie dabei unterstützen.“ Das Programm, das dieses Jahr angeboten wird, ist vielfältig, wie Wikner sagt: „Wir haben beispielsweise einen ,Tape-Art Workshop’, bei dem mit verschiedenen Klebestreifen Bilder angefertigt werden, oder auch einen ,Paste-up-Kurs’, in dem Bilder mit Kleister auf ein Plakat gezogen werden.“ Die Resonanz der Workshops aus den vergangenen Jahren ist für Wikner noch heute unglaublich. Einmal, erzählt er, blieb eine Familie über drei Tage in Greifswald, um die Kurse zu besuchen. „Das war sehr schön zu hören. Die Besucher und die Künstler kommen aus dem ganzen Bundesland, um mitzumachen.“

Auch Isabell Schmidt ist am Start

Dennoch: Ein solches Event auf die Beine zu stellen, war auch für Wikner nicht leicht. „Wir haben mehrere Jugendclubs angeschrieben, aber nur das Klex stellt uns seine Räume zur Verfügung“, bedauert der Künstler, dessen Team aus zwei Mitorganisatoren und bis zu 20 ehrenamtlichen Mitarbeitern besteht. Über eines freut sich Wikner indes besonders: Die „Urban Art Woche“ kooperiert auch mit dem ,Open Air Fair Play’.“ Die Veranstaltung, dessen Hauptaugenmerk auf der Prävention gegen häusliche und sexualisierte Gewalt liegt, findet nächste Woche Mittwoch im Strandbad Eldena statt. Neben der Greifswalder Sängerin Isabell Schmidt wird es dort unter anderem einen Linedance-Workshop und eine Breakdance-Show geben. Am Sonnabend steigt das Sommer-open-air im Klex mit  Leinwandversteigerung und „100 Dosen Battle“ sowie vielen DJs.

Die Aufwärmphase für seine Veranstaltung verbrachte der Künstler Wikner in dieser Woche in der Integrativen Wohngruppe der Norddeutschen Gesellschaft für Bildung und Soziales. Dort übte er mit einigen Jugendlichen den Ablauf einiger Kurse. „Bisher haben wir drei Jugendliche, die mitgemacht haben“, sagt Jens Klitz, Wohngruppenleiter. Eine davon war Vanessa Remer, die sich zusammen mit Mike Schmidt und Alizada Haseiini am „Paste-up“ ausprobierte. „Das so etwas angeboten wird, ist sehr wichtig“, sagt der Wohngruppenleiter, der sich freuen würde, wenn die Stadt mehr Flächen für legale Graffiti zur Verfügung stehen würde. Ähnlich sieht es auch Wikner: „Im Vergleich zu den Vorjahren sind sie leider weniger geworden. Das ist sehr schade.“ Die Flächen, die von der Stadt und anderen Institutionen gestellt werden, erfüllen zwar ihren Zweck, „allerdings reicht der Platz nicht aus. Denn man will ja kein Bild machen, was einen Tag später übermalt wird“, sagt Wikner.

Neue Grafitti-Flächen für das Klex

Die Stadt ist bemüht. Gerade in dieser Woche hat der Stadtjugendring für das Jugendzentrum Klex zwei Graffiti-Wände bekommen, wie Andrea Reimann, Pressesprecherin der Stadt, erklärt: „Diese wurden über das Ortsteilbudget der Ortsteilvertretung Innenstadt angeschafft.“ Ein weiterer Schritt für die Graffiti-Szene, die immer weiter zu wachsen scheint. „Man glaubt gar nicht, wie viele Künstler es allein in Mecklenburg-Vorpommern gibt“, sagt Wikner. Zum krönenden Abschluss der „Urban Art Woche“ werden nächste Woche am Sonnabend Künstler aus ganz Europa im Klex erwartet, die zeigen, wie Straßenkunst geht.

Christin Weikusat

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