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Die Monroe und zerstörte Platten

Greifswald Die Monroe und zerstörte Platten

Greifswalder Galerien zeigen private Blicke und abgeschliffene Titelbilder

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Der Galerist und sein Künstler: Hubert Schwarz (l.) und Martin Bruno Schmid vor dem Werk „Leisesprecher“.

Quelle: Foto: A. Bierstedt

Greifswald. Wer kennt sie nicht? Das große Glamour-Girl Marilyn Monroe – Sex-Symbol und Pop-Ikone – halbnackt, mit lasziv geöffnetem Mund im Swimming Pool. Auf einem anderen Foto ist sie im berühmten weißen, hoch flatternden Kleid zu sehen. Noch fast unbekannt sind hingegen Aufnahmen des Schönheitsidols, wie sie mit zerzaustem Haar mit einem Freund ganz privat auf der Couch sitzend ein Gläschen Wein trinkt.

Diese und ähnliche Originalaufnahmen aus den 1950er und 1960er Jahren von Fotografen wie Arnold Newman, Elliot Erwitt, Bert Stern und Eve Arnold können jetzt in der STP Galerie betrachtet werden. In der vergangenen Woche fand die Ausstellungseröffnung statt. „Das spannende an diesen Fotos ist, dass sie auch eine emotionale Seite zeigen. Marilyn als Mensch steht hier im Vordergrund“, erklärte Galerist Peter Konschake.

Die Ausstellung ist Resultat der Zusammenarbeit mit der Galerie Infocus in Köln und der Galerie Hiltawsky in Berlin und wurde anlässlich des 90. Geburtstags Monroes konzipiert. In über 70 Vintage-, Farb- und Schwarzweiß- Fotografien sieht der Betrachtende Marilyn mal lachend und glamourös im weißem Kleid, mal geheimnisvoll im Badeanzug von hinten und mal verletzlich und echt in ihrem privaten Heim. Darunter sind auch Aufnahmen, die sie am Set von weltbekannten Filmen wie „Manche mögen’s heiß“ oder „Das verflixte 7. Jahr“ zeigen.

Am selben Abend eröffnete auch die Galerie Hubert Schwarz ihre neue Ausstellung mit dem Titel „Pure value“. Sie zeigt Arbeiten von Martin Bruno Schmid. Der Künstler aus Stuttgart verwendet Materialien wie Gipsplatten, alte Zeitschriften, Sandpapier oder Akustikplatten, um an ihnen zu schleifen, zu sägen oder zu bohren und ihnen einen neuen Wert zu geben. „Das sind Werkstoffe, die wir eigentlich mit einem bestimmten Zweck nutzen und die für uns nichts Ästhetisches per se haben“, erläutert Galerist Hubert Schwarz.

Durch das Zerstören und das Hineinbohren in das Material verschafft der Künstler diesen eine eigene Bedeutung – denn erst im Demolierten wird der eigentliche Wert der Sache für den Beobachter sichtbar. So bohrte Schmid hunderte Löcher in Akustiklochplatten, die dadurch sogar noch mehr den Schall dämpfen und betitelt das Kunstwerk „Leisesprecher“. „Sie sind so hässlich gewesen und haben doch eine Funktion“, sagte Schmid. Oder er schleift das Cover von Illustrierten wie der Vogue mit Sandpapier ab, bis nichts weiter als ein weiß-grauer Schleier, ein paar Risse und die Schatten etwas vorher Dagewesenen zu erkennen sind. „Diese Cover geben so viel vor. Dass alles bunt und schön sein muss. Mit meinen Arbeiten möchte ich viel infrage stellen in unserer Gesellschaft“, sagt er.

Für seine Kunstwerke verwendet er aus ökonomischen und ökologischen Aspekten nur Stoffe, die schon vorher eine Funktion hatten. „Eine sehr spannende Ausstellung, auf diese Weise an die Dinge ranzugehen“, fand Besucherin Mira Lange. ab

OZ

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