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Greifswald Die Radweg-Pfleger von Greifswald
Vorpommern Greifswald Die Radweg-Pfleger von Greifswald
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00:00 21.10.2017
Toralf Wetzel (v.l.) und Frank Pfeiffer sehen seit April 2017 auf den Rad- und Gehwegen der Stadt nach dem Rechten. Quelle: Foto: S. Marx
Greifswald

Nach Wochenenden und „Zahltagen“ fällt am meisten an, sagt Toralf Wetzel: Dann liegen auf den Greifswalder Rad- und Gehwegen lauter Reste von Partys, vor allem Flaschen und Scherben. Er und sein Kollege Frank Pfeiffer müssen dann ständig stoppen, den Müll aufkehren und in ihre Fahrradanhänger laden. Die Rad- und Gehwege der Stadt möglichst sicher zu halten, das ist ihr Job.

Vor einem Jahr hatte die Bürgerschaft beschlossen, diese Stellen einzurichten, auf Vorschlag der Fraktion Bündnis 90/die Grünen. Zwar schieben sich auch die Kehrmaschinen des städtischen Bauhofs regelmäßig über Fahrbahnen, Rad- und Gehwege. „Aber sie haben einen bestimmten Turnus, da passiert an ein und derselben Stelle auch mal eine Woche lang gar nichts“, erklärt Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne). „Diese Lücke wollten wir schließen.“

Ein Glücksfall für Wetzel und Pfeiffer. Wetzel, 54, ist gelernter Möbeltischler, Pfeiffer, 46, KfZ-Mechaniker. Seit mehr als vier Jahren suchten beide vergeblich nach einem Job. Als die neuen Stellen beschlossen waren, setzte sich die ABS als Gemeinnützige Gesellschaft für Arbeitsförderung, Beschäftigung und Strukturentwicklung mit dem Jobcenter Greifswald zusammen, und beschloss: Die Männer werden aus dem Bundesprogramm „Soziale Teilhabe“ bezahlt, einem Programm, das den Anspruch hat, „sehr arbeitsmarktferne Personen“ am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Gegen Mindestlohn.

„Ich war gleich dafür“, erzählt Pfeiffer, „ich bin vorher schon viel Rad gefahren“. Auch Wetzel sagt, der Job mache Spaß. Seit April kontrollieren die Männer nun jeden Werktag die wichtigsten Verkehrsadern, die Wolgaster und die Anklamer Straße zum Beispiel, die Grimmer und Stralsunder Straße, den Hansering, die Loefflerstraße, den Wall und den Treidelpfad, alles in allem 30 bis 40 Kilometer pro Tag. „Wir wollen alle wichtigen Straßen mindestens zwei, drei Mal pro Woche abfahren“, sagt Wetzel. 30 Arbeitsstunden pro Woche sind sie zusammen im Dienst.

Die meisten Fundstücke auf ihren Strecken sind Scherben, nach Stürmen auch Äste, „wir haben aber auch schon Matratzen liegen sehen“, erzählt Frank Pfeiffer. „Manchmal geht wohl der Sperrmüll auseinander.“ Für solche größeren Hindernisse schalten sie den Bauhof ein. Nebenbei haben die Männer aber auch noch eine ganz andere Funktion: Für Menschen, die sich in Greifswald nicht auskennen, sind sie eine Art Hilfspersonal. Jeden Morgen postieren sie sich dafür mit Stadtplänen und Kulturkalendern auf dem Markt, nehmen Fragen von Passanten entgegen. „Wo es ein WC gibt, wollen viele wissen“, erzählt Wetzel.

Liegt im Winter Schnee oder Eis, sollen Wetzel und Pfeiffer das Räumen der Wege dem Bauhof überlassen und stattdessen an der Reparatur von städtischen Bänken mitarbeiten. „Wir hoffen, dass ihr Einsatz von der Bevölkerung wahrgenommen und vielleicht so geschätzt wird, dass mit Stadtmitteln zwei Dauerstellen eingerichtet werden“, erklärt Doreen Au von der ABS. Die Fördermittel des Bundes laufen nämlich Ende 2018 aus.

Wetzel sagt, auch danach würden sie beide gern weitermachen. „Wenn die Gesundheit es zulässt.“

Sybille Marx

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