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Die Teuthornschen Obsthäuser

Greifswald Die Teuthornschen Obsthäuser

Von Pommern nach Afrika und zurück nach Greifswald

Greifswald. Heute wird in dem stattlichen Eckhaus Schuhhagen/Knopfstraße mit Textilien gehandelt. Viele werden sich noch an die Zeit als „Tempo-Eck“ erinnern, so hießen in der DDR viele Kaufhallen der Handelsorganisation.

 

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Das erste Geschäft am Fischmarkt.

Quelle: Sammlung Klaus Teuthorn

Der Greifswalder Klaus Teuthorn (Jahrgang 1930) hat lange in dem Haus gelebt. Vater Emil Teuthorn (Jahrgang 1874) erwarb es 1927 gemeinsam mit Wilhelm Sadewasser, um hier sein „Obsthaus am Markt“

einzurichten. Teuthorn soll ein riesiger Kerl mit schaufelgroßen Händen gewesen sein. Zuvor besaß er ein Spezialgeschäft für Obst- und Südfrüchte in der Baderstraße. Ein Mann mit einer spannenden Lebensgeschichte.

Mit 15 Jahren folgte Emil zunächst zwei Brüdern in die USA, die ihn aber um sein Geld betrogen. Darum ging er 1899 mit Freunden nach Deutsch-Südwest (heute Namibia), um beim Bau der Eisenbahn von Windhuk nach Swakopmund dabei zu sein. 1908 kam Teuthorn noch einmal nach Stettin zurück und lernte seine erste Frau kennen, die ihm nach Afrika folgte. „Er war im Ersten Weltkrieg Angehöriger der deutschen Schutztruppe“, erzählt der Sohn. Nach der Niederlage, da war Teuthorn schon in Greifswald, engagierte er sich in einer Vereinigung mit anderen früheren deutschen Soldaten aus den Kolonien.

Klaus Teuthorn hat noch Bilder solcher Treffen, die Ex-Soldaten trugen Uniform.

Afrika verließ Emil Teuthorn 1919, er landete zwei Jahre später in Greifswald und mietete einen Laden. Mit Rad und Eisenbahn fuhr er zu den Bauern und erwarb Eier und Butter, die er später in Berlin verkaufte. „In Greifswald gab es nicht genug Kunden“, begründet Klaus Teuthorn. Als das Geschäft besser lief, mietete der Vater zunächst den Laden in der Baderstraße. Er belieferte Kleinhändler und Kliniken.

Nach 1945 lief das Geschäft nicht mehr, Emil Teuthorn gab den Laden schließlich an die Handelsorganisation (HO) ab. Er versuchte sich als Markthändler. 1959 starb Teuthorn senior. Seit 1976 gehörte das Gebäude der Stadt Greifswald. Während des in einen Flächenabriss ausartenden Stadtumbaus der 1970er/1980er stand das Haus zeitweise ohne Nachbarn da. Es wurde innen völlig verändert.

eob

OZ

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