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Die Trennung vom Pommernhus und von Helmut Maletzke

Greifswald Die Trennung vom Pommernhus und von Helmut Maletzke

OZ-Serie zum 100. Gründungstag des Pommerschen Künstlerbundes / Manfred Prinz wird 2000 Vorsitzender

Greifswald. 1994 kehrte der in der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg wiedergegründete Pommersche Künstlerbund in das Land am Meer zurück. Der Greifswalder Helmut Maletzke wurde Vorsitzender. In der Wolgaster Straße (heute Bethaus der Mennoniten) konnte er 1997 die Galerie „Pommernhus“ und eine Geschäftsstelle einrichten. 2004 erfolgte der Umzug in die frühere Reichsbahndirektion in der Stellingstraße und 2006 dann in die Knopfstraße. Seit ihrer Gründung 2004 trägt die Helmut-Maletzke- Stiftung das Pommernhus. Im Jahr 2000 wurde der Kunstprofessor Manfred Prinz zum Nachfolger Maletzkes als Vorsitzender des Künstlerbundes gewählt. Wie er in der Festschrift berichtet, habe er 2001 sein Zukunftskonzept vorgestellt. Workshops hätten ab 2002 Weichen für die weitere Entwicklung gestellt. Die Zusammenarbeit mit Künstlern im heute polnischen Teil Pommerns wurde im gleichen Jahr im Dachverbund „Ars Pomerania“mit dem Künstlerverband Stettin institutionalisiert. Verschiedene, von der EU geförderte gemeinsame Großprojekte folgten bis 2011. Ein Jahr zuvor erlebte der Pommersche Künstlerbund „eine tiefgreifende Erschütterung“, schreibt Prinz. „Im Oktober 2010 stellte sich heraus, dass Helmut Maletzke, der als Initiator und Leiter des Pommernhus wirkte, von 1961 bis 1989 informeller Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR war. In einer dramatischen Vollversammlung entschied sich eine überwiegende Mehrheit der Mitglieder zur Trennung vom Pommernhus und zum Abbruch der Zusammenarbeit mit Maletzke, der im Zuge dieser Auseinandersetzungen austrat. Dieser Schritt bescherte dem Pommerschen Künstlerbund zwar den Wegfall seiner Geschäftsstelle und einer Galerie, zum anderen aber den Gewinn an Souveränität und Erneuerungswillen.“

In seiner Autobiographie „Im Schutz Deiner Flügel“ spricht Maletzke von einer „negativen, einseitigen, tendenziösen Darstellung“, die 2010 im Fernsehen an seinem 90. Geburtstag erschien. Er habe 1961 einen Fehler begangen. „Ich hatte seinerzeit ein Hilfsangebot eines Offiziers der Staatssicherheit angenommen, bei dem es um eine von mir geforderte Korrektur der Kulturpolitik der DDR ging“, schreibt er. (wird fortgesetzt) eob

OZ

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