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Greifswald Die Vielfalt der ganzen Welt in einer Stadt
Vorpommern Greifswald Die Vielfalt der ganzen Welt in einer Stadt
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00:01 07.09.2016
Der Galerist Peter Konschake und der New Yorker Künstler Antonius, der seit Freitag in Greifswald ausstellt. Quelle: Annemarie Bierstedt
Greifswald

„Das war ein merkwürdiger Abend“, erzählte der Künstler Antonius, geboren in Berlin und aufgewachsen in New York, „es hatte gewittert und das tauchte die ganze Stadt in ein seltsames Licht.“ Die Rede ist von seinem Fotodruck „Manhattan View“, das er vom Rockefeller Center in Richtung Südspitze der ehemaligen Twin Tower aufgenommen hatte. Das Foto wirkt aufgrund des starken rot-orangen Lichtes fast surreal, aber sehr energiegeladen.

Antonius, der für Magazine wie Cosmopolitan und Lui fotografiert, ist einer der zehn Künstler, die im Rahmen der Ausstellung „9/11-NY | before and after“ ihre in Fotos konservierten Impressionen, Emotionen und Erlebnisse bezüglich der Weltstadt New York zeigen. Am Freitagabend fand die Vernissage in der STP Galerie im Westend statt. Obwohl sich bald wieder die Ereignisse des 11. September 2001 jähren, wolle die Ausstellung New York genau nicht darauf reduzieren, erklärte Galerist Peter Konschake. „Die Fotografen zeigen mit ihren Momentaufnahmen ganz unterschiedliche Stimmungen, um die Mannigfaltigkeit der Stadt ein wenig nachzuempfinden“, so Konschake. Antonius’ schwarz-weiß Fotos erzählen auf so vielen Ebenen die Geschichte einer Stadt, in der Kulturen, Menschen, Ideen und Momente miteinander verschmelzen. Straßen, Häuser, Verkehr, Hektik, sich mit Schirmen vor dem Regen schützende Menschen, Armut, die Freiheitsstatue, Lichter und Schatten malen das Bild einer beeindruckenden Metropole. Seine Videopräsentation wird Antonius in den 11. Klassen des Jahngymnasiums zeigen, um danach mit den Schülern zu diskutieren.

Darüber hinaus sind die weltbekannten Aufnahmen des Fotografen Thomas Hoepker wie „Brooklyn Bridge, 9/11“ zu sehen. Auch die Schwarz-Weiß-Kunst von Walter Schels, historische Reportagefotografie von Michael Zibold, poetische Bilder des litauischen Fotografen Mindaugas Garbenas und Gegenwartsfotografie von Johanna Strauß und Daniela Risch, beide kamen zur Vernissage, sind zu sehen. Die New York-Impressionen von Strauß, die sie während eines zweiwöchigen Urlaubs hauptsächlich spazierengehend festhielt, hat sie auf kreisrunden, sich golden reflektierenden Scheiben an der Decke aufgehängt. „Die Stadt ist so vielfältig, dass sie für mich die ganze Welt darstellt“, schwärmte sie. „Mit Blick auf die aktuelle politische Situation steht die Ausstellung auch dafür, wie wichtig verschiedene Sichtweisen, Kulturen in ihrer Summe sind und dass der radikale Weg nicht der richtige sein kann“, resümierte Konschake.

Galerist Hubert Schwarz eröffnete zeitgleich die Ausstellung „happy hunting grounds“, in der retrospektiv Arbeiten von 1990 bis 2016 des Schweizer Künstlers Stefan Rohner gezeigt werden.

Annemarie Bierstedt

OZ

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