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Greifswald „Die Wellen machen so schön klatsch“
Vorpommern Greifswald „Die Wellen machen so schön klatsch“
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00:00 13.10.2018
Der Kinderhospizverein hatte für Familien mit schwerkranken Kindern einen wunderbaren Urlaub in Karlshagen organisiert. FOTOS (3): CORNELIA MEERKATZ
Karlshagen

Die 17-jährige Lara aus Guest trägt für den Strandausflug stolz ihre neue rosa Jacke und die blaue Hose. Dann geht’s mit dem Rollstuhl bis zum Strand. Ihre Eltern Nicole und Robert Olschweski und die jüngere Schwester Leo genießen wie sie den goldenen Oktober mit sommerlichen Temperaturen auf der Insel Usedom. Aufmerksam lauscht sie den Wellen, auch wenn sie das Meer so gut wie gar nicht sehen kann. „Achtung, klatsch...“ ruft Lara wieder und wieder, lacht lauthals und schaukelt im Rollstuhl. „Wenn sie könnte, würde sie sich wohl gleich in die Fluten stürzen“, meint die Mutter und schaut strahlend nach ihren Töchtern. „Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass wir zusammen in den Urlaub fahren“, sagt sie.

Familien mit schwerstkranken Kindern konnten dank der OZ-Leser in Karlshagen Urlaub verbringen

Olschewskis gehören zu den Nutznießern der OZ-Weihnachtsaktion der Greifswalder Lokalredaktion. Im vergangenen Dezember kamen dank der großzügigen Spenden der OZ-Leser insgesamt 70000 Euro für den ambulanten Kinderhospizdienst „Leuchtturm“ zusammen, der Familien mit schwerstkranken Kindern und jene, die ein geliebtes Kind verloren haben, aufopferungsvoll begleitet. Von den Spenden wurde die Familien-Auszeit organisiert. „Für viele war es der erste gemeinsame Urlaub überhaupt. Sie sind total begeistert“, sagt Kati Lorenschat, Koordinatorin im Verein. Alle wohnen im „Hotel am Meer“ in Karlshagen. „Die von uns betreuten Familien sind mit 22 Erwachsenen, 32 Kindern und Jugendlichen und vier Babys hier. Sie werden von acht Vereinsmitgliedern sowie vier externen Betreuern für Sport und Trauerbegleitung umsorgt. Insgesamt sind wir also 70 Leute“, berichtet Michael Lüdeke. Er gehörte im Verein der Arbeitsgruppe zur Organisation der Familienauszeit an. Viele Stunden wurden in die Vorbereitung der Reise investiert.

„Es ist so wunderschön hier, am liebsten würden wir noch länger bleiben“, meinen Sandra Lange, Sohn Samuel und ihr Partner Stefan Hoppe. Die kleine Familie hat Schweres durchgemacht. Vor fast vier Jahren starb Sandras älterer Sohn Maximilian. Dass sie jetzt sieben Tage am Meer verbringen durften, ist für die 39-Jährige ein Geschenk. Sohn Sami hat die Zeit ebenfalls genossen. „Wir haben so viel gesehen. Es war großartig“, so der junge Mann.

Kati Lorenschat und Michael Lüdeke hören das Lob gern. Die Mitglieder des Kinderhospizvereins „Leuchtturm“ haben mit ganz viel Herzblut die Reise vorbereitet. „Die Familien hatten immer wieder den Wunsch geäußert, einmal mit ihren pflegebedürftigen Kindern in den Urlaub zu fahren. Viele waren noch nie von zu Hause weg. Sie sind so glücklich, dass es dank der OZ möglich wurde“, erzählt Kati Lorenschat. Das Programm umfasste Ausflüge in die Therme, den Kletterwald, nach Swinemünde, und nach Peenemünde, ins Wasserschloss Mellenthin und zu Karls Erlebnishof nach Koserow. „Ganz toll fanden vor allem die Kinder die Erkundungstour durch Karlshagen, das Bergfest und unsere Fackelwanderung“, so Lorenschat.

Wenn es heute für die Familien nach Hause zurück geht, haben alle neue Kraft getankt, um den nicht einfachen Alltag mit schwer- und schwerstbehinderten Kindern zu meistern. „Die Familien-Auszeit ist eine bleibende Erinnerung“, meint Vereinsvorsitzender Ewald Kruschel. Die engagierten Helfer des Vereins nehmen nun das nächste große Projekt für die kommenden Jahre in Angriff: die Schaffung eines stationären Kinderhospizes. Die Spendensumme der OZ-Weihnachtsaktion war so riesig, dass noch ein ordentlicher Grundstock übriggeblieben ist. Darauf soll aufgebaut werden.

Cornelia Meerkatz

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