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Greifswald Die nächste Sturmflut kommt bestimmt

Feuerwehren und Technisches Hilfswerk trainierten am Sonnabend den Hochwasserschutz bei Ladebow

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Unter den wachsamen Augen der Ausbilder übten die Feuerwehrleute das effektive Befüllen der Sandsäcke. Fotos (2): Philipp Baranyai

Greifswald. Das Wasser steht 1,50 Meter über dem Normalpegel, es weht ein kräftiger Sturm. Der Ortsteil Wieck ist durch das Sperrwerk zwar geschützt, allerdings breitet sich das Hochwasser nach Ladebow aus. Eine Halle mit Ölfässern und eine Heizanlage drohen überflutet zu werden. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) sind ausgerückt, um die Gebäude zu schützen.

OZ-Bild

Feuerwehren und Technisches Hilfswerk trainierten am Sonnabend den Hochwasserschutz bei Ladebow

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Herbst und Frühling sind Hochwassersaison.“Mathias Herenz, Feuerwehrchef

Umgeknickte Bäume blockieren die Zufahrtswege. Starkregen erschwert die Arbeiten zusätzlich. Sandsäcke müssen gefüllt und zu Wällen geschichtet, verkeilte Stämme geborgen werden. Routiniert und umsichtig beginnen Kameraden und Helfer ihre Arbeit...

Zum Glück ereignete sich dieses Szenario nur im Rahmen einer Übung: Am Sonnabend probten die Kräfte der Berufsfeuerwehr Greifswald, der Freiwilligen Feuerwehren Greifswald und Jarmen, des Technischen Hilfswerks sowie der Technischen Einsatzleitung des Landkreises Vorpommern-Greifswald den Ernstfall.

Wasserstände von eineinhalb Metern und mehr sind ein realistisches Szenario. Vor eineinhalb Wochen wurde zum ersten Mal das neue Sperrwerk geschlossen. Ein bis zwei Mal im Jahr wird das erfolgen, so die Prognose. „Besonders während Herbst und Frühjahr müssen wir Wasserstand und Wetterlage im Blick behalten“, bestätigt Mathias Herenz (38), Chef der Greifswalder Feuerwehr. Um Feuerwehrleute und Helfer für den Ernstfall zu wappnen, würden solche Übungen regelmäßig durchgeführt. Diesmal standen drei Disziplinen auf dem Trainingsplan. Die Einheiten übten jeweils an allen Stationen.

Zunächst wurden Sandsäcke für den Hochwasserschutz gefüllt. Hierbei kann die Greifswalder Feuerwehr auf spezielle Geräte zurückgreifen – eine Maschine erleichtert ihnen die Arbeit.

Es ist ein Eigenbau der Berufsfeuerwehr, der von Hauptmaschinist Helmut Wegner (55) erdacht wurde. Er erweiterte den normalen Fülltrichter um ein Förderband und setzte beides auf einen Anhänger, sodass das Gerät auf schnellstem Wege zum Einsatzort transportiert werden kann. Mit zehn Feuerwehrleuten sei so ein hocheffektives Arbeiten möglich. Und Helmut Wegner hat noch weitere Optimierungsideen: „Ich möchte den Antrieb umbauen, sodass er statt per Hand mit nur einem Fuß bedient werden kann.“

An der nächsten Station wurde das fachgerechte Aufschichten der 15 bis 20 Kilogramm schweren Sandsäcke vor dem Tor der Werkhalle geprobt. Im Rahmen der Übung diente diese Barrikade vor allem dazu, das Hochwasser von Öl und Werkstoffen fernzuhalten, sodass keine Chemikalien in die Umwelt gelangen.

Als letzter Punkt stand die Handhabung der Kettensäge auf dem Programm. „Umgestürzte Bäume stehen häufig unter Spannung. Wenn diese sich unkontrolliert löst, kann das sehr gefährlich werden“, erklärt Herenz. „Darum üben wir, wie man die Schnitte richtig setzt.“ Mit dem Baumbiegesimulator wurden die Stämme der nötigen Kraft ausgesetzt. Bis zu zehn Tonnen Last können so erzeugt werden.

Am Ende des Tages zeigte sich Herenz zufrieden mit der Leistung der insgesamt 43 Teilnehmer. Auch wenn einzelne Abläufe in Details noch effektiver gestaltet werden könnten, sei das Zusammenspiel der verschiedenen Einheiten vorbildlich. Auch Steffen Winckler (43), Chef des Ordnungsamts Greifswald, wohnte der Übung bei. Er betonte vor allem das Engagement der vielen Ehrenamtlichen: „Diese Menschen opfern ihre Freizeit, um an dieser Übung teilzunehmen. Solcher Einsatzbereitschaft müssen wir Respekt zollen.“

Philipp Baranyai

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