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Greifswald Diese Frauen fühlen den Puls der Ostsee
Vorpommern Greifswald Diese Frauen fühlen den Puls der Ostsee
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00:00 15.06.2017

Windstärke, Wasser- und Lufttemperatur und pH-Wert: Wenn Marga Wegener und Iris Lange an den Strand nach Zinnowitz kommen, steht der Badespaß nicht im Vordergrund, sondern die Arbeit. Die beiden Frauen sind Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes im Landkreis Vorpommern-Greifswald und nehmen alle vier Wochen Wasserproben auf der Insel Usedom und den umliegenden Badeorten. Rund 60 Stellen fahren sie regelmäßig im Landkreis ab. An dieser Woche standen unter anderem Zinnowitz, Zempin, Koserow und Ückeritz auf dem Tourenplan.

„Wir kommen immer dorthin, wo die meisten Menschen ins Wasser gehen. Das sind zum Beispiel Badestellen in der Nähe von Seebrücken, Kur- und Campingplätzen“, erklärt Marga Wegener. Die Hygiene-Ingenieurin aus Anklam weiß, worauf es bei der Kontrolle ankommt. „Es geht zum Beispiel darum, ob Bakterien im Wasser nachgewiesen werden. Sollten Enterokokken nachweisbar sein, kann das zu Durchfallerkrankungen der Badegäste führen. Dann müssten wir ein Badeverbot ausstellen. Dazu kam es an der Ostsee allerdings noch nicht“, betont sie.

Ihre Kollegin Iris Lange zieht für solche Außentermine stets die Wathose an. „Wenn wir einen Meter tief im Wasser stehen, nehmen wir eine Probe von 150 Millilitern aus einer Tiefe von 30 Zentimetern“, erklärt sie. Vor Ort bestimmen die Frauen noch den pH-Wert. „In dem Wert zeigen sich der basische und saure Gehalt des Wassers“, erklärt sie. Für Zinnowitz gab es am Dienstag eine 7,3 – das ist ganz leicht basisch, fast neutral. Im Laufe der Urlaubssaison kann der Wert jedoch leicht steigen. Alles ist jedoch im unbedenklichen Bereich.

Mehr als einen halben Tag sind die Damen mit ihrem rollenden Mini-Labor unterwegs. „Am Nachmittag werden die Proben von einem Kurier abgeholt, der sie nach Neustrelitz ins Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) bringt. Die Daten sind dann auf einer Badewasserkarte eingetragen“, erklärt Wegener. Alle vier Wochen kommen die Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes an den Stränden vorbei und messen. „Im Laufe der Saison verändern sich die Werte. Zum Beispiel durch Seegras- und Algenbildung im Spätsommer“, sagt Iris Lange, die schon 30 Jahre lang zum Messen kommt. Allgemein können die Frauen festhalten, dass die Küste in einem sehr guten Zustand ist. „Die Badestellen im Hinterland sind manchmal etwas trüber, aber gesundheitlich unbedenklich“, erklärt Lange.

Und was machen die Damen im Winter? „Wir schauen uns zum Beispiel Sanitäreinrichtungen, Schwimmhallen, Jugendherbergen und andere öffentliche Gebäude an. Auch dort müssen die hygienischen Standarts eingehalten werden“, erklärt sie. Nach etwa zehn Minuten am Strand müssen die Damen weiter. „ Heute ist die Inselmitte von Lütow bis Ückeritz an der Reihe.“ Der Norden und Süden sind an einem anderen Tag dran.

Hannes Ewert

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