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Greifswald Diese Tür ist zu dick für jeden Bankräuber
Vorpommern Greifswald Diese Tür ist zu dick für jeden Bankräuber
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04:32 08.03.2013
Diese dicke Tresort�r in der ehemaligen Volksbankfiliale in der Wolgaster Steinstra�e ist nahezu un�berwindbar. Doch Marktbereichsleiter Oliver Rinke hat einen Schl�ssel. Quelle: Alexander Müller

Meterdicke Wände und eine tonnenschwere Stahltür: Am Tresor der Wolgaster Volksbank beißt sich jeder Bankräuber die Zähne aus. Hier herrscht Sicherheitsstufe Eins. Trotzdem darf die OZ für die Serie „Zutritt verboten“ einen Blick in das Heiligtum der alten Filiale in der Steinstraße werfen. Jahrelang lagerte hier bergeweise Geld. Mittlerweile ist es in das neue Gebäude in der Chausseestraße umgezogen — doch die Räume dort sind sogar für uns tabu, zu groß ist die Angst vor einem Überfall.

Um die Tresortür zu öffnen, muss sich Marktbereichsleiter Oliver Rinke mit aller Kraft gegen sie stemmen — so schwer ist sie. In dem engen Zimmer dahinter warten weitere Stahlschränke und Eisengitter. Das Geld lag hier nie offen umher, wie im Geldspeicher der Comicfigur Dagobert Duck. Genau wie in der neuen Filiale waren die Scheine stets in Kisten verpackt. Die Münzen lagerten in Säcken, jeder davon so schwer, dass man ihn kaum anheben konnte.

Dringt ein Einbrecher bis hierhin vor, kostet ihn jede der Sicherheitsmaßnahmen wertvolle Zeit. „Jede Sekunde zählt, bis die Polizei eintrifft. Da geht es um Leben und Tod“, betont der 42-jährige Rinke.

So wie bei einem Banküberfall genau an diesem Ort Ende der 1990er Jahre. Ein Mann mit einer Skimaske vor dem Gesicht hielt einem Angestellten dabei eine Pistole an die Schläfe. Doch der Tresor war gesichert und so konnte der Räuber nur einen geringen Betrag erbeuten. Unfassbar: Nur wegen ein paar Geldscheinen hätte an diesem Tag ein Menschenleben ausgelöscht werden können. „Ein Banküberfall lohnt sich in der Regel nicht“, meint Rinke.

Ortswechsel. In der neuen Filiale — nur wenige Straßen weiter — sitzt Vorstand Ronny Bauch in seinem Büro mit Blick auf die Stadt. „Bei uns gibt es nur wenig Geld, das frei zugänglich in Kassen liegt. Die großen Summen sind im Tresor gigantisch gut geschützt. Da kommt nicht mal ein Mitarbeiter ran“, sagt der 36-Jährige. Doch nur wenige Kriminelle verstehen das.

Bankchef Bauch hat es selbst erlebt. Als er noch in Ducherow arbeitete, brüllte ein Räuber eine Angestellte an, sie solle den großen Safe aufmachen — obwohl sie gar keinen Zugriff darauf hatte. „Er verlor dann die Geduld und schlug die Frau“, erinnert sich Bauch. Die Brutalität kennt bei Raubüberfällen keine Grenzen. Für solche Notfälle gibt es unter den Tischen der Bank den berühmten roten Knopf — damit kann schnell und unauffällig Alarm geschlagen werden. „Wir tun alles, um für die höchstmögliche Sicherheit bei unseren Leuten zu sorgen“, sagt Bauch. Wenn ein Mensch solch eine Gewalttat durchstehen muss, ist das oft ein traumatisches Erlebnis. Manche können danach keine Bank mehr betreten oder nie mehr einem Kunden in die Augen blicken. Andere wiederum schlucken die Ereignisse irgendwie runter und machen weiter.

Doch die Mitarbeiter sind so gut es geht auf solche Extremsituationen vorbereitet. Jeder Handgriff von ihnen ist darauf ausgelegt, das Haus vor einem möglichen Angriff zu schützen. Will ein Kunde beispielsweise eine Million Euro abheben, so bekommt er das Geld nicht etwa im Foyer. Stattdessen wird er zu einer sogenannten Diskretkasse geleitet, wo ihm seine Wünsche erfüllt werden. „Wenn er die Million in Fünf-Euro-Scheinen ausgezahlt bekommen möchte, dann kann er das haben“, erklärt Bauch. Vorausgesetzt, er ist kein Gauner und hat den Betrag auch auf dem Konto.

Serie

Zutritt verboten!

Bilanz der Volksbank

130 Millionen Euro betrug das Bilanzvolumen der Volksbank Wolgast im Jahr 2012. Als Genossenschaftsbank ist sie rechtlich und wirtschaftlich selbstständig. 49 Mitarbeiter arbeiten in neun Filialen, die sich

in Wolgast, Lassan sowie über die

Insel Usedom verteilt befinden.

Alexander Müller

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