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Greifswald Diskussion in Greifswald: Wie viel Sex darf in die Werbung?
Vorpommern Greifswald Diskussion in Greifswald: Wie viel Sex darf in die Werbung?
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13:28 15.04.2019
Heiße Szenen in der Küche. Wie viel Sex gehört zur Werbung? Die Bürgerschaft soll prüfen ob es zumindest für kommunale Flächen und Bussen Werbeleitlinien geben soll. Quelle: privat
Greifswald

Und wieder sorgt eine Buswerbung in Greifswald für Gesprächsstoff. Während es noch vor kurzem der „Ananasbus“ war, auf dem für „geilste Dinger“ geworben wurde, tourt im Moment ein Bus mit erotischer Küchenwerbung durch die Stadt. Ein Mann mit nacktem Oberkörper steht in der Küche, die Frau steht im knappen Leibchen daneben, es soll wohl vermittelt werden, dass es gewaltig kocht zwischen den beiden. „Ich hoffe der Beirat der Männer wird sich um die Angelegenheit kümmern“, merkt der Leser ironisch an, der uns ein Foto des Küchenbusses geschickt hat.

Meinungen zum Thema sehr unterschiedlich

Ein Ansturm des Protestes wird aufgrund der Werbung wohl nicht erwartet, ist aber ein guter Anlass das Thema mit etwas Abstand zu beleuchten. Wie viel Sex in der Werbung ist ok? Was ist beleidigend? Was ist sexistisch? Über all diese Fragen wurde im Zusammenhang mit der Werbung des Supermarktes gestritten, die Meinungen gingen dabei auseinander. „Warum muss Werbung –ob für Autos, Werkzeug oder wie hier Lebensmittel – mit nackter Haut versehen werden? (...) Sexistisch, was sonst“, schreibt etwa Gregor Kochhan von der Alternativen Liste im sozialen Netzwerk Facebook. „Anders werden die Leute heute nicht mehr erreicht. Traurig, aber wahr. Geht ja nur noch um sowas“, schreibt Katharina Drehn. Viele Facebook-Nutzer sahen den Wirbel aber auch als übertrieben an. „Bleibt mal auf dem Boden, wenn es so weitergeht sind wir bald in den 50-ern zurück“, findet zum Beispiel Andreas Thieme. Auch Claudia Bernstein kann die Aufregung nicht verstehen: „Wenn im Radio am Tage Lieder mit Schimpfworten gespielt werden, kann Edeka doch Werbung für Ananas machen mit ein wenig weiblicher Haut. Es gibt schlimmeres und sexistisch finde ich das auch nicht.“

Vorschlag: Hansestadt soll Leitlinien für Werbung entwickeln

Sexistisch oder nicht, nach der Diskussion um die Werbung wird sich jetzt die Bürgerschaft mit dem Thema beschäftigen. In ihrer letzten Sitzung vor der Kommunalwahl werden die Abgeordneten darüber abstimmen, ob die Hansestadt einen Leitfaden für die Inhalte von Werbung entwickeln soll, oder nicht. In dem Antrage geht es im Werbeflächen die in der Verantwortung der Stadt und derr städtischen Gesellschaften stehen. „Ziel des Leitfadens ist eine von Diskriminierung und Herabwürdigung freie Werbung“, heiß es im Antrag. „Dieser Leitfaden soll sowohl für die Stadt und ihre Gesellschaften selbst als auch für diejenigen, denen von der Stadt oder einer ihrer Gesellschaften Werbefläche oder sonstige Werbeträger zur Verfügung gestellt werden, gelten.“ In den Parteien stößt der Vorschlag auf ein gemischtes Echo: „ Ich glaube, es gibt Wichtigeres in Greifswald zu erörtern - wenn ich zum Beispiel an fehlende Anwohnerparkflächen beziehungsweise den Investitionsstau an unseren Kitas oder den Zustand unserer Straßen in der Stadtrandsiedlung denke“, meint der CDU-Fraktionsvorsitz Axel Hochschild. „Ich finde den Vorschlag gut“, meint hingegen Erik von Malottki (SPD). „Wir sollten das regeln, damit die jeweilige Werbung auch zu Greifswald passt.“ Die Grünen würden es grundsätzlich befürworten, wenn sich Werbung an wichtige Grundregeln hält. „Werbung, die auf billige Effekte setzt und dabei Menschen diskriminiert oder sexistisch ist, lehnen wir ab“, so Alexander Krüger von den Greifswalder Grünen. „Ob und wie die Stadt Greifswald durch eine Richtlinie auf die Werbung Einfluss nehmen kann, wollen wir prüfen.“ Im aktuellen Fall hätte es eine Richtlinie gegeben, die aber missachtet wurde. „Darum wünschen wir uns keine Schnellschüsse, sondern eine intensive Diskussion in den Fachausschüssen der Bürgerschaft.“

Keine Diskriminierung mehr auf kommunalen Werbeflächen

Ruth Terodde vom Frauenbeirat hatte die Idee angestoßen. „Soweit ich weiß, geben die Stadtwerke beispielsweise die Verantwortung für die Werbung in die Hände einer Werbeagentur“, sagte Terodde. „Wir finden aber, die Stadt bräuchte eigene Kriterien, die gelten.“ Als Beispiel nannte sie Städte wir Frankfurt, Berlin oder Leipzig, in denen es solche Vereinbarungen gebe. Als Vorlage könnten nach Teroddes Vorschlag die Vorgaben des Deutschen Werberats dienen. Es sollen demnach keine Aussagen oder Darstellungen verwendet werden, die Personen beispielsweise wegen ihres Geschlechts oder ihrer Herkunft, einer Behinderung oder ihres Berufes diskriminieren. In den Vorgaben des Werberates heißt es auch: Es sollen keine Personen auf ihre Sexualität reduziert werden oder ihre sexuelle Verfügbarkeit nahegelegt werden.

Anne Ziebarth

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