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Greifswald Dreck und Gestank im Bahnhofstunnel
Vorpommern Greifswald Dreck und Gestank im Bahnhofstunnel
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00:00 31.07.2018
Greifswald

Ist der Fußgängertunnel am Greifswalder Bahnhof zu dreckig? Klaus-Peter Michael ärgert sich regelmäßig über liegengebliebene Zigarettenstummel, Kronkorken, Uringestank und großflächige Dreckflatschen an Decke und Wänden. „Der Bahnhof ist das Eingangstor zur Stadt. Hier kommen unsere Gäste an und wir begrüßen sie mit Dreck und Gestank. Das ist unangemessen“, moniert Michael.

Stadtverwaltung und Deutsche Bahn sehen erhöhten Reinigungsbedarf

Auch die Greifswalder Stadtverwaltung und die Deutsche Bahn sind unzufrieden mit der Sauberkeit des Bahnhofstunnels, inklusive Fahrstühlen und Treppen zu den Bahnsteigen. „Der Zustand bedarf einer Verbesserung. Wir streben eine Erhöhung der Reinigungsfrequenz an“, sagt Gisbert Gahler vom Regionalbüro Kommunikation Berlin der Deutschen Bahn.

Für die Sauberkeit des Aufgangs in Richtung Parkplatz inklusive des Fahrstuhls ist die Stadtverwaltung zuständig. Diese hat die Reinigung an die Deutsche Bahn übertragen, die bereits für den Tunnel und die Aufgänge zu den Bahnsteigen verantwortlich ist. „Kontrollen seitens der Stadt erfolgen sporadisch und insbesondere nach Beschwerden oder Mitteilungen“, sagt Bärbel Lenuck, Mitarbeiterin der städtischen Pressestelle.

Auch wenn keine Beschwerden aus den vergangenen Monaten bekannt sind, ist sich die Verwaltung des Problems der Verschmutzung bewusst. „Das Dilemma, in das einige Egomanen die Deutsche Bahn bringen, ist auch uns sehr gut bekannt. Regelmäßig muss man wieder aufräumen“, sagt Fred Wixforth, Leiter des Tiefbau und Grünflächenamtes. „Wenn sich jemand im Fußgängertunnel entleert, stinkt es über Stunden, da kann kein Mitarbeiter mit dem Wassereimer daneben stehen; das ist unzumutbar und wäre unbezahlbar“, sagt Wixforth. Er sieht keine andere Möglichkeit als den Gestank zu akzeptieren: „Das soziale Problem, das sich aus mancher Leute Asozialität ergibt, müssen wir also gemeinsam ignorieren, wenn allgemeine soziale Kontrolle nicht stattfindet oder nicht wirkt.“

Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr eine Zunahme der „unschönen“ Verschmutzungen festgestellt, wie DB-Sprecher Gisbert Gahlert sagt. Deswegen werde derzeit eine Erhöhung der Frequenz geprüft.

Gereinigt wird in den Abendstunden. Um dem Urinproblem Herr zu werden, gibt es bereits ein ausgeklügeltes System. „Der Urin wird auf der Bodenfläche mit einem Breitwischgerät und Wischbezug im zweistufigen Wischverfahren entfernt. Mit einem separaten Wischbezug wird ein Reinigungsprodukt aufgetragen, das als mikrobakterieller Geruchsumwandler wirkt. Er ist dazu da, um die Geruchsmoleküle des Urins zu entfernen und umzuwandeln“, erklärt Gahlert.

Doch längst nicht alle Tunnelnutzer sehen ein Sauberkeitsproblem. Iris Weidmann aus Hinrichshagen geht einmal im Monat durch die Bahnhofsunterführung für Fußgänger. „Ich finde den Zustand in Ordnung“, sagt sie. Klar stinke es mal. „Dagegen kann man nichts machen.“

Umfrage: Wie zufrieden sind Sie mit der Sauberkeit? Schreiben Sie uns an greifswald@ostsee-zeitung.de

Katharina Degrassi

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