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Greifswald EU und Bund fördern Greifswalder Moorforschung
Vorpommern Greifswald EU und Bund fördern Greifswalder Moorforschung
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00:00 07.04.2015
Projektmitarbeiterin Claudia Oehmke in einem Labor des Instituts für Botanik und Landschaftsökologie. Quelle: td
Greifswald

Die Nutzung von Mooren ist auf dem Vormarsch. Greifswald steht dabei im Zentrum der Grundlagen- und angewandten Forschung. Hiesige Wissenschaftler spielen weltweit eine erste Geige.

Gerade wurde ein Team des Institutes für Botanik und Landschaftsökologie der Universität als ausgezeichneter Ort im „Land der Ideen“ geehrt. Da geht es um die Kultivierung von Torfmoos als Substrat für den Gartenbau. Die vom Bundesforschungsministerium geförderte Vorpommern Initiative Paludikultur bekam 2013 einen deutschen Nachhaltigkeitspreis.

Entwässerte und als Grünland oder Acker bewirtschaftete Moore emittieren im schlimmsten Fall bis zu 60 Tonnen Kohlendioxid pro Hektar und Jahr, informiert Tobias Dahms von der Uni Greifswald. Das „entspricht einer Fahrt mit dem Auto bis zum Mond und mit einem relativ sparsamen auch sogar wieder zurück“, erläutert er weiter. Dabei ließen sich sogar Emissionen einsparen. „Bei hohen Wasserständen könnte Biomasse zur energetischen oder stofflichen Verwertung produziert werden“, sagt Dr. Wendelin Wichtmann vom „Greifswald Moor Centrum“. Eben das nenne man Paludikultur.

Jetzt geben EU und Bundesforschungsministerium 1,4 Millionen Euro für das Projekt „Cinderella“. Wichtmann ist der Projektkoordinator. „Den Mooren geht es wie Aschenputtel im Märchen“, nimmt er die Analogie auf. „Ihre Potenziale für den Klimaschutz werden unterschätzt.“ Es geht um „vergleichende Analyse, Integration und exemplarische Einrichtung von klimaangepasster Landwirtschaftspraxis auf organischen Böden: Voranbringen der Paludikultur nach Jahrhunderten der Moorzerstörung und -vernachlässigung“, übersetzt Wendelin Wichtmann das Cinderella-Vorhaben.

Im Projekt arbeiten Wissenschaftler und Praktiker aus vier Ländern zusammen, um in den kommenden drei Jahren die Paludikultur technisch und wissenschaftlich zu untersuchen und weiterzuentwickeln. Am Ende sollen auch praktische Empfehlungen für die Moorbewirtschaftung in den jeweiligen Ländern sowie Entscheidungshilfen für die Politik stehen, so Wichtmann.

An der Universität Aarhus werde beispielsweise erforscht, welche Pflanzen in der Paludikultur am ertragsreichsten sind. Außerdem solle die Eignung des Ernteguts für Biogasanlagen oder als Brennstoff untersucht werden. Wissenschaftler der schwedischen Universität Halmstad befassen sich mit künstlichen Feuchtgebieten. Die Universität Nijmegen (Niederlande) nimmt zusammen mit Praxispartnern und der Universität Greifswald die Stoffumwandlungsprozesse in wiedervernässten, bewirtschafteten Mooren unter die Lupe.

„In den Niederlanden gibt es schon erste gute Erfahrung mit speziell aufbereitetem, spät geerntetem Schilf als Biogassubstrat“, erzählt Projektkoordinator Wendelin Wichtmann von ersten Erfolgen.

Niedermoorwirtschaft
543 Haushalte, ein Kindergarten, zwei Schulen sowie öffentliche Einrichtungen und Bürogebäude werden seit knapp einem Jahr von einem Heizkraftwerk für Niedermoorbiomasse in Malchin mit Wärme versorgt. Dieser Betrieb am Kummerower See besitzt Vorzeigecharakter: Eine Niedermoorfläche liefert den Brennstoff für das Heizwerk.
1,4 Millionen Euro geben EU und Bund für das Forschungsprojekt „Cinderella“.



Eckhard Oberdörfer

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