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Greifswald Ein Buch von Kindern für Kinder
Vorpommern Greifswald Ein Buch von Kindern für Kinder
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00:05 19.07.2016
Kim Bandelin (11), Franzsika Röder (12) und Monique Wiederhöft (12) signieren die fertigen Bücher, für die sie Bilder und Texte schufen.

„Kunst verändert jeden Menschen - und macht ihn vielleicht sogar besser.“ Davon ist Kerstin Gieseking überzeugt. „Leider habe ich jedoch den Eindruck, das Kunst im Leben junger Menschen kaum noch eine Rolle spielt“, bedauert sie. Um das zu ändern, erarbeitete sie mit Fünft- und Sechstklässlern der Greifswalder Caspar-David-Friedrich-Schule ein Buch über deren berühmten Namensgeber. Von Kindern für Kinder lautete das Motto. Seit letztem Herbst trafen sich die Schüler jede Woche mit der Projektleiterin und erforschten, wie die Lebenswelt des bekanntesten Malers der Romantik aussah. Dabei entstand die eigentliche Besonderheit des Buches - alle Illustrationen stammen von den Kindern selbst. Indem sie seine Werke nachzeichneten, näherten sie sich dem Künstler und stellten außerdem wichtige Stationen seines Lebens dar. Die zugehörigen Texte sind in Deutsch und Englisch gehalten und erzählen den Lebensweg Friedrichs. Darüber steht auch immer die Frage, was Romantik eigentlich bedeutet. Die Schüler fanden ganz eigene Antworten: Am Meer stehen. Gute Freunde haben. Ein Kuss. Ein schönes Gemälde. „Manche Gefühle können nur Kinder haben“, weiß Giseking. Doch auch dunkle, melancholische Seiten gehören dazu. Und schließlich wurde in jener Zeit das Genre der Gruselgeschichte erfunden...

Ich möchte den Kindern Perspektiven zeigen, sie mal rausholen aus der digitalen Welt“Kerstin Gieseking, Projektleiterin

Im Mittelpunkt des Buches steht das Gemälde „Der Mönch am Meer“. Was den einsamen Wandere wohl bewegt, interpretierten die Kinder unterschiedlich und doch immer nachvollziehbar. „Er beobachtet, wie sich die Wellen überschlagen und entspannt sich vom Alltag. Dabei fühlt er die kühle Luft und hört, wie das Meer singt“, schreibt eine Schülerin. Bei einer Fahrt nach Berlin durften die Teilnehmer sogar das frisch restaurierte Original bestaunen und mit der Restauratorin sprechen. Die fachliche Beratung in Greifswald übernahm Kunsthistoriker Dr. Michael Lissok und hielt den jungen Autoren extra eine Vorlesung über die Romantik. Außer mit solchen Höhepunkten wusste Gieseking die Kinder auch anders zu motivieren. „Ich hatte immer ein paar Süßigkeiten dabei“, erzählt die 47-Jährige lachend. Sie arbeitet als Lehrerin in Güstrow und hatte dort mit ihren eigenen Schülern schon zwei ähnliche Bücher veröffentlicht. Nun brachte sie das Konzept an ihren Studienort Greifswald und konnte von den gesammelten Erfahrungen profitieren, wusste schon, wie man auch in anstrengenden Phasen die Begeisterung aufrecht erhält. Und wenn die Schüler erst einmal arbeiteten, ließen sie am Ende der Treffen vor Feuereifer ihre Eltern oft warten. Dabei war ihre Kunstlehrerin Gabi Donner nicht selten üerrascht vom Talent ihrer Schützlinge. „Manche sonst eher unauffälligen Schüler sind während des Projekts über sich selbst hinausgewachsen. Viele haben hier erst gemerkt, wie kreativ sie eigentlich sind“, freut sich die 57-Jährige. Genau solche Momente sind es, die Gieseking antreiben. Dass sich die Mühe gelohnt hat, kann man jetzt im Friedrich-Zentrum sehen. Dort gibt es das Buch „Ein Mensch am Meer“ für 8,50 Euro zu kaufen. Geschäftsführende Leiterin Susanne Papenfuß

ist begeistert. „Die zusammengefasste Arbeit nun vor sich zu sehen ist toll. Bis jetzt gab es für Kinder wenig Material über Friedrich. Dieses Buch war also überfällig.“

Philipp Baranyai

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