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Ein Bücherturm so hoch wie der Greifswalder Dom

Greifswald Ein Bücherturm so hoch wie der Greifswalder Dom

Im September beginnt eine Aktion für Grundschüler in der Hansestadt / Fast 10 000 Bücher sollen gelesen werden / Vorlesen ist erlaubt

Greifswald. 97,10 Meter misst St. Nikolai laut aktueller Messung. Und so hoch soll auch der Bücherturm werden, den Greifswalder Grundschüler erlesen sollen, wünscht sich Katharina von Savigny. Die Germanistin organisiert diese Aktion des hiesigen Soroptimist International Club, der internationalen Vereinigung berufstätiger Frauen. Dafür müssten knapp 10000 Bücher gelesen werden, beziehungsweise genau 971 „Pisa“.

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Im September beginnt eine Aktion für Grundschüler in der Hansestadt / Fast 10 000 Bücher sollen gelesen werden / Vorlesen ist erlaubt

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die Bücherturmaktion sehr und stellen Lesekisten zusammen.“Antje Töppner, Stadtbibliothek

Diese Maßeinheit hat die Kinderbuchautorin Ursel Scheffler, bekannt für ihre Kommissar-Kugelblitz-Bücher, erdacht. Ein Pisa sind 100 Millimeter Buchrücken, hat sie festgelegt. Scheffler hatte sich sehr über die schlechten Ergebnisse der deutschen Schüler in der Pisastudie geärgert.

Der Bau der Büchertürme soll die Lust am Lesen wecken. Dafür arbeiten alle Greifswalder Akteure ehrenamtlich. „Pfarrer Matthias Gürtler hatte die tolle Idee, eine Art Lichtkegel an der Nikolaikirche anzubringen“, erzählt von Savigny. „Damit könnten die Greifswalder verfolgen, wie viele Bücher schon gelesen wurden. Wir hoffen, dass das klappt.“ Im Dom werde es auch die Auftaktveranstaltung am 15. September um 10 Uhr mit einer szenischen Lesung aus „Die Schule der magischen Tiere“ von Margit Auer mit den beiden jungen Schauspielern Christiane Schulz und Stephan Waak geben. „150 Kinder und Lehrer aus fünf Schulen haben bereits zugesagt.“ Eingeladen seien natürlich alle Grundschüler. Das Maskottchen des „Lesesports für Grundschüler“ ist eine putzige Fledermaus namens Nik, die auf dem Nikolaiturm wohnt. Gezeichnet hat das possierliche Tierchen die frühere Jahngymnasiastin Marlene Lorenz. Sie war Babysitter bei von Savignys – Nähe ist der Vorzug einer kleinen Stadt.

Die Aktion stammt allerdings aus einer großen Stadt, aus Hamburg, und hat in Deutschland und darüber hinaus Anhänger gefunden. Katharina von Savigny hat den Lesesport in der Elbemetropole anfangs mit betreut. „In nur drei Monaten wurde die Hauptkirche St. Michaelis geschafft“, erzählt sie. „Inzwischen gilt das für alle fünf Hauptkirchen.“ Der „Michel“ misst 132 Meter. Sie werde nicht vergessen, wie die kleinen Hamburger staunend am Turm der Kirche in die Höhe blickten und meinten: „So viele Bücher haben wir gelesen?“

Die Greifswalder Stadtbibliothek werde im oder an ihrem Haus zeigen, wie weit die Schüler mit ihrem Turmbau sind, versichert Mitarbeiterin Antje Töppner. „Wir unterstützen das Projekt total“, sagt sie. Man habe Schulen angesprochen, sich für den Bücherturmbau Lesekisten in der Stadtbibliothek zu holen. Antje Töppner hofft, dass im Verlauf der Aktion die Zahl der Teilnehmer noch steigt. Eltern könnten ihren Kindern helfen, durch Lesetipps, Verlängerung von Leihfristen und so weiter. Besonders den Erstklässlern können sie noch aktiver helfen. „Vorlesen ist erlaubt“, sagt Katharina von Savigny. „Auch Comics zählen.“ Leser und Eltern quittieren das Erreichte, die Pädagogen melden am Ende oder bis zur Mitte des folgenden Monats die Ergebnisse.

Die fleißigste Leseklasse gewinnt den Monatspreis, und die Sieger bekommen auf Wunsch eine „Bücherturmbaumeister-Urkunde“. Außerdem gibt es Preise wie Ausflüge, Bücherkisten oder Karten fürs Kino auf Segeln.

• www.büchertürme.de/greifswald

Eckhard Oberdörfer

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