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Ein Chor und vier hippe Jungs aus Dänemark

Heringsdorf Ein Chor und vier hippe Jungs aus Dänemark

Heringsdorf erlebt moderne Wikinger mit Streichinstrumenten

Heringsdorf. „Hier muss wieder Musik rein!“ Die Worte des großen Dirigenten Kurt Masur († 2015), Ehrenschirmherr des Usedomer Musikfestivals, hat Festival-Intendant Thomas Hummel noch immer im Ohr. Anfang der 1990-er Jahre lief Hummel mit Masur durch den Heringsdorfer Kaiserbädersaal und erinnerte bei der Eröffnung des 24. Festivals am Sonnabendabend an den Wunsch des Maestro.

Musik war drin im Kaiserbädersaal, der vor ausverkauftem Haus einen grandiosen Festivalstart erlebte. „Dänemark singt“ heißt es in den nächsten drei Wochen. Der NDR Chor und die brillant aufspielenden hippen Jungs des „Danish String Quartet“ gaben einen Einblick in die musikalische Seele Dänemarks. Cool arrangierte Volksmusik traf auf kunstvolle zeitgenössische dänische Klänge.

„Die Kombination mit dem Streichquartett war herausragend“, sagt Dr. Jan Brachmann , Dramaturg des Usedomer Musikfestivals, nach der Eröffnung. Von einem „gelungenen Abend“ sprach Tilo Braune , Kuratoriumsmitglied der Achterkerke-Stiftung und treuer Begleiter des Festivals. „Die vier jungen Männer des String Quartets haben mich mit ihrem kraftvollen Spiel überzeugt. Das war ein reifer Auftritt mit viel Wärme und Homogenität“, so Braune, der in Hamburg als Geschäftsführer der Peter Krämer Stiftung tätig ist, die in Afrika Schulen baut. Einziger Wermutstropfen: „Ich hätte mir gewünscht, dass der Chor und die vier Jungs mehr Stücke gemeinsam spielen. Das gab es nur zur Zugabe und das war für mich das Nonplusultra.“

Die gemeinsame Zugabe ist ein Wunsch von Thomas Hummel gewesen. „Sie haben sich alle erst heute um 18 Uhr gesehen. Proben waren da nicht mehr drin. Wenigstens ein Stück gab es gemeinsam“, so der Intendant, für den die Zugabe ein „besonderer Moment“ war. Und der auch dem Chor ein großes Kompliment machte. „In einer Kirche hast du es als Chor viel leichter. In so einem Saal zu singen, ist richtig anstrengend. Sie haben das perfekt gemacht“, so Hummel, der mit Jesper Schou-Knudsen , Kulturattaché der dänischen Botschaft in Berlin, und Per Erik Veng , Direktor des Dänischen Kulturinstituts in Brüssel, auch Gäste aus dem diesjährigen Partnerland hatte. Dass Veng nicht mit leeren Händen kam, freute Hummel besonders. Vermittelt über das Kulturinstitut, gab es für das Usedomer Musikfestival von der Carl Nielsen Stiftung eine Unterstützung von 33 000 Euro.

Für das Eröffnungswochende des Musikfestivals waren Gäste sogar aus dem knapp 7000 Kilometer entfernten Washington angereist. Hummel hatte im Mai in der deutschen Botschaft in den USA bei der Vorstellung des Programms ein Ehepaar kennengelernt, das großes Interesse für die Kulturveranstaltung auf Usedom zeigte. „Ich habe sie eingeladen und sie sind tatsächlich gekommen.“ Sie genießen fünf Konzerte in zwei Tagen.

Henrik Nitzsche

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