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Greifswald Ein Hoch auf die Sportler dieser Stadt
Vorpommern Greifswald Ein Hoch auf die Sportler dieser Stadt
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09:56 02.12.2016

Greifswald. Als Michael Schicha mit 19 das erste Mal eine Bergsteigertour unternahm, im Karwendelgebirge zwischen Bayern und Österreich, war er sofort fasziniert: „Beim Klettern ist man auf den Moment konzentriert“, sagt der 36-Jährige. „Das ist so befreiend.“ Eben dieses Gefühl, aber auch die Erfahrung, mehr zu können, als man zunächst glaubt, will Schicha Menschen in Greifswald vermitteln – im Klettergarten neben dem Volksstadion, den er seit 2015 mit Vereinsleuten betreibt.

„Michael Schicha hat den Klettersport nach Greifswald gebracht“, erklärte Carola Felkl von der Stadtverwaltung am Mittwochabend im Rathaus, beim 25. Sportehrentag der Stadt. Insgesamt 21 Sportler, Förderer und Trainer wurden geehrt, von der Stadt, vom Stadtsportbund und dem Greifswalder Sportförderverein.

„Es freut mich, dass unser Angebot als neue Sportart wahrgenommen wird“ sagt Schicha, der erst Berufssoldat war, später an der Uni Greifswald Psychologie studierte und heute davon träumt, den Seilgarten mit erlebnispädagogischen Angeboten beruflich zu betreiben. Als Mitarbeiter am Institut für Psychologie erforscht er, wie sich solche Kletterangebote auf das Selbstwertgefühl auswirken.

Die ersten Befragungen sind ausgewertet, weitere folgen im April – wenn auch der Seilgarten wieder öffnet.

Leichtathletin Lindy Ave hat eine Muskelerkrankung, die sie zur täglichen Bewegung zwingt, aber Sport ist für sie mehr als nur Pflicht. „Es ist mein Leben“, sagt die 19-Jährige.

Mit elf Jahren nahm sie zum ersten Mal an einem Leichtathletik-Wettkampf teil. „Da wusste ich: Das will ich weitermachen, das ist aufregend und man lernt neue Leute kennen.“ Inzwischen trainiert Ave im Landesleistungszentrum für Sportler mit Handicap des Berufsbildungswerks und macht parallel eine Ausbildung. Ihre Lieblingsdisziplin: der 100-Meter-Lauf, „da bin ich am besten.“ Ave ist mehrfache Deutsche Meisterin, hat dieses Jahr Gold bei der Jugend-Weltmeisterschaft in Prag ersprintet und durfte zu den Paralympics nach Brasilien reisen. Der größte Erfolg, den sie von dort mitbrachte: ein 4. Platz im Staffellauf.

Frank Gomolla hilft seit über zehn Jahren, den Hengste Fußballclub Greifswald in der Stadtrandsiedlung voranzubringen. „Es macht Spaß, die Entwicklung zu sehen“, sagt der 48-Jährige, der hauptberuflich Kinderspielplätze wartet. Gomolla trainiert eine Herrenmannschaft, kümmert sich aber auch um den Platz. „Dieser Platz hat sich dank Frank von einem Sanierungsfall zu einem ansehnlichen Sportplatz entwickelt“, hieß es bei der Ehrung. Zudem wäre die Alte Herrenmannschaft ohne ihn nicht Kreismeister geworden, der HFC nicht der zweitgrößte Fußballverein der Stadt.

Enrico Blum aus Loitz findet: „Handball ist ein toller Sport, man hat Action, Schnelligkeit, braucht aber auch Taktik und Teamgeist.“ Mit halber Stelle, aber voller Kraft arbeitet der 36-Jährige im Handballsportverein Peenetal Loitz und trainiert dort die Sechs- bis Acht-Jährigen. „Zu sehen, wie die sich entwickeln, ist stark“, sagt er. Blum selbst hatte mit elf Jahren im Verein angefangen, Handball zu spielen, mit 18 den ersten ehrenamtlichen Trainerposten übernommen. „Heute ist er der organisatorische Dreh-und Angelpunkt des Vereins“, hieß es bei der Ehrung. Er sei fachkundig, zuverlässig, hilfsbereit und bei Problemen immer ansprechbar.

Christina Radtke (30) und Uwe Birth (48) lieben es, auf dem Tanzboden den Berufsalltag hinter sich zu lassen. Sie ist Pharmazeutin, er arbeitet bei Opel. Seit vier Jahren trainieren sie gemeinsam Standardtanz im Verein Ostseetanz Greifswald. Dieses Jahr wagten sie den Schritt in den Leistungssport und holten prompt den Landesmeistertitel in ihrer Alters- und Leistungsklasse. Im Verein kümmern sie sich auch um die erwachsenen Nachwuchspaare: Unter anderem begleiten sie sie auf erste Turniere. Ehrenwert!, findet die Stadt.

Sybille Marx

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