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Greifswald Ein „Marienpark“ für Greifswald
Vorpommern Greifswald Ein „Marienpark“ für Greifswald
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20:31 05.12.2018
Pastorin Ulrike Streckenbach in der Marienkapelle mit dem Kalender der zugunsten der Marienkirche verkauft wird Pastorin Ulrike Streckenbach in der Marienkapelle (Kalkhaus) mit dem Kalender, der zugunsten der Sanierung verkauft wird. Quelle: Eckhard Oberdörfer
Greifswald

Das Umfeld der Marienkirche soll zu einem „Marienpark“ umgestaltet werden, kündigt Pastorin Ulrike Streckenbach an. „Dabei werden wir mit dem Nabu zusammenarbeiten. Hier sollen sich die Bürger erholen und Natur erleben können.“ Um die Mauern vor eindringender Feuchtigkeit zu schützen, wird Erdreich abgetragen, es werden Hecken und eine Wiese angelegt sowie Bänke aufgestellt. „Die Krokusse, die im Zuge unserer großen Baumaßnahme zwischen den Bäumen gepflanzt wurden, bleiben erhalten“, verspricht die Pastorin.

Die Schaffung des „Marienparks“ ist Teil des ersten Bauabschnitts für die weitere Sanierung und Gestaltung. Alles in allem werden noch einmal 2,6 Millionen Euro benötigt, nachdem die Kirche nunmehr in Dach und Fach saniert ist. Weil die Marienkirche ein Denkmal von nationaler Bedeutung ist, hat der Bund 750000 Euro für die nächsten Arbeiten in und an der Marienkirche zur Verfügung gestellt. Dieses Geld soll für den zweiten Abschnitt verwendet werden. Es kommt dem Inventar, dem Einbau einer Sitzheizung und der Neugestaltung der Westvorhalle zu einem Empfangs- und Ausstellungsraum zugute. Ferner soll der im nördlichen Seitenschiff gelegene Keller saniert und dann als Abstellraum genutzt werden. „Hier wurden um 1900 Brennöfen für eine Kirchenheizung installiert“, erläutert Ulrike Streckenbach. Die Sanierung sei dringend nötig und ohne die Schaffung des Abstellraums kann weder in der Westvorhalle ein Ausstellungsraum noch in der Marienkapelle ein Raum der Stille eingerichtet werden.

Marenkapelle? Auf diesen Namen habe man sich für den zuvor als Kalkhaus bezeichneten Raum geeinigt, so Streckenbach. Dass es eine Marienkapelle gab, sei unstrittig, nur der Ort ist nicht bekannt. Die wertvolle Ausstattung des frühgotischen Raums, spreche für die Benennung. Die Kapelle verfügt über ein aufwendig geschmücktes Innenportal, Stuck und eine Dreiergruppe spitzbogiger Blenden. Der Name Kalkhaus (Kalklager) für den Weiterbau, habe sich später eingebürgert. Diese Umgestaltung ist Teil des ersten Bauabschnitts. „Umfragen zeigen, dass die meisten Besucher der Kirche Ruhe und Besinnung suchen“, erläutert die Pastorin.

Zum ersten Bauabschnitt gehört ferner die Neugestaltung der Annenkapelle, des meist genutzten Raums von St. Marien. Dabei wird das Ergebnis eines internationalen Künstlerwettbewerbs zum Thema „Wasser“ für das wieder geöffnete Außenportal und das darüber liegende Fenster umgesetzt. Außerdem wird der Fußboden abgesenkt. Auch wird die ganze Schönheit des ins Innere der Kirche führenden Portals wieder sichtbar sein. Es ist das älteste Portal der Stadt.

Info: Wer die Arbeiten in der Marienkirche unterstützen will, kann einen Kalender mit ungewöhnlichen Aufnahmen aus der Kirche im Gemeindebüro Brüggstraße für 12,50 Euro erwerben,

Eckhard Oberdörfer