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Ein aufrechter Mann mit einem großen sozialen Herzen

Stralsund Ein aufrechter Mann mit einem großen sozialen Herzen

Der Sozialdemokrat Hans-Walter Westphal ist mit 56 Jahren gestorben / Die Stadt Stralsund verliert damit einen ihrer fähigsten Kommunalpolitiker

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Hans-Walter Westphal lebte für die Kommunalpolitik. Fotos (2): Christian Rödel

Stralsund. Nach schwerer Krankheit ist Hans-Walter Westphal am vergangenen Freitag gestorben. Der Sozialdemokrat wird nicht nur in der Kommunalpolitik eine große Lücke hinterlassen.

„Er war immer auf der Überholspur“, sagt seine langjährige Ehefrau Sonja Steffen (SPD), die ihn auch in den vergangenen beiden Jahren seiner Krankheit begleitete. „Kommunalpolitik, Musik und Segeln, das waren seine großen Leidenschaften. Er hatte ein viel zu kurzes, aber sehr dichtes Leben.“

Angenehm streitbar – das assoziieren viele seiner Wegbegleiter mit Hans-Walter Westphal. „Man konnte wirklich gut mit ihm diskutieren“, sagt Heike Carstensen (SPD). „Er war einer unserer fähigsten Kommunalpolitiker und ein wunderbarer Rhetoriker.“ Seit 2004 war der Jurist Hans-Walter Westphal Mitglied der Stralsunder Bürgerschaft. „Wenn er sich in eine Sache verbissen hatte, dann hat er auch dafür gekämpft“, sagt Bürgerschaftspräsident Peter Paul (CDU).

„Er konnte es überhaupt nicht verknusen, wenn etwas unter den Teppich gekehrt wurde und wollte den Dingen auf den Grund gehen. Das machte ihn auch manchmal unbequem“, ergänzt Sonja Steffen. So hatte sich der dreifache Vater ab dem Jahr 2004 vehement gegen den Verkauf der kommunalen Sparkasse ausgesprochen, einen Untersuchungsausschuss zu diesem Thema gefordert und es immer wieder auf den Tisch gebracht.

„Er war ein gerader und aufrechter Politiker mit einem großen sozialen Herzen“, sagt Jürgen Suhr (Grüne). „Sein Tod ist ein großer Verlust.“ Denn Hans-Walter Westphal liebte Stralsund. Geboren in Flensburg, studierte er zunächst Jura. Nachdem er das zweite Staatsexamen in der Tasche hatte, reiste er 1992 mit einem Freund an der Küste entlang, um zu sehen, wo es schön ist. „Und dann entdeckte er Stralsund und wollte nicht mehr weg“, erinnert sich Sonja Steffen. Fortan war er als selbstständiger Rechtsanwalt in der Hansestadt tätig.

Ein Ausgleich zu seiner Arbeit als Jurist und Politiker war für ihn die Musik. „Wir haben im Jahr 2000 unsere Band ,Just for fun’ gegründet und Hans war dabei eine prägende Figur“, schaut Band-Kollege Klaus Mittelbach zurück. „Er brachte immer gute Stimmung mit und war zu jedem musikalischen Abenteuer bereit. Und er war nicht nur unser Jüngster, sondern auch unser Lautester. Die Musik war sein Ventil.“ Dass Kultur für ihn ein wichtiges Gut war, zeigte sich auch in den Jahren 2010 bis 2012. In dieser Zeit war er Interimsgeschäftsführer am Theater Vorpommern, legte für diese Aufgabe sein Mandat als Abgeordneter der SPD-Fraktion in der Stralsunder Bürgerschaft nieder.

Trotz seiner Krankheit blieb sein Interesse an der kommunalen Politik groß. „Er wollte immer den Lokalteil der OSTSEE-ZEITUNG vorgelesen haben, hakte nach und diskutierte mit“, sagt Sonja Steffen.

Nicht zuletzt wird Hans-Walter Westphal vielen Seglern in der Hansestadt fehlen, denn „seit Beginn der Stralsunder Mittwochsregatta gehörte er zum festen Teilnehmerfeld“, sagt Wettfahrtleiter Thomas Engelbrecht.

Schmerzlich vermissen werden alle, die mit Hans-Walter Westphal zu tun hatten, seinen Humor. „Denn dieser besondere Humor war eine seiner tollsten Eigenschaften“, sagt Sonja Steffen.

Die Trauerfeier findet am 24. September um 9.30 Uhr im Friedwald Pansevitz statt.

Miriam Weber

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