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Eine Gedenkstätte im Geburtshaus von Sybilla Schwarz?

Greifswald Eine Gedenkstätte im Geburtshaus von Sybilla Schwarz?

Die Baderstraße 2 ist ein herausragendes Denkmal. Das Haus muss endlich saniert werden. Doch die Chancen stehen schlecht.

Greifswald. In die historisch wertvolle Baderstraße 2 soll nach Vorstellung des Inhabers Gastronomie einziehen. Das teilte Erich Cymek (CDU), der Vorsitzende des Ortsrates Innenstadt, auf der Sitzung am Mittwoch mit. Wie der Besitzer ihm weiterhin schriftlich mitteilte, plane er im Obergeschoss Wohnungen. Die Gastronomie, so berichtete Ortsratsmitglied Christian Weller (CDU), das ist der Bagdad-Döner, der sein Geschäft derzeit am Wall hat.

Der Ortsrat ist sich einig, dass das Gebäude dringend saniert werden muss. Vor 20 Jahren wurde die Baderstraße 2 an einen Privatmann verkauft, der es inzwischen seinem Sohn schenkte. Das Haus steht leer. 188 000 Euro hat die Stadt bereits für Dach und Sicherung spendiert und will nach OZ-Informationen dieses Geld auch nicht zurück. Der Investitionsbedarf wurde 2007 auf 750 000 Euro geschätzt.

Es ist ein Gebäude kommunaler Superlative: Die Innenausstattung ist nach dem Urteil des Bauhistorikers André Lutze besser als in allen anderen vergleichbaren Häusern der Stadt erhalten. Der Giebel stammt aus dem ersten Viertel des 15. Jahrhunderts. Und es ist das Geburtshaus der Bürgermeistertochter Sybilla Schwarz, einer Barockdichterin, die weltweit Anerkennung genießt.

Wie Cymek weiter erklärte, könne die Fassade laut Eigentümer wohl nur saniert werden, wenn die Stadt das meiste bezahlt. „Ich halte es für abwegig, wenn der Eigentümer noch mal Geld für die Fassade bekommt, nachdem ihm die Stadt schon 188 000 Euro geschenkt hat“, meinte dazu CDU-Fraktionschef Axel Hochschild. 20 Jahre nach dem Erwerb müsse der Eigentümer schon selbst investieren. Und für das Döner-Geschäft sehe es auch schlecht aus. Dafür werde ein zweiter Fluchtweg gebraucht, so der in Göppingen lebende Eigentümer unter Berufung auf seinen Architekten. Das lehne die Krupp Stiftung ab.

Daran sei schon 2006 das Vorhaben einer Schaubäckerei mit Café gescheitert. Dr. Freia Steinmetz, die Kaufmännische Geschäftsführerin des Kollegs, bedauerte: „Der Hof ist geschlossen, wir müssten die Glastür ständig offenhalten. Das geht nicht.“

Was tun? Im Ortsrat wurde über alternative Möglichkeiten zu den Wohnungen debattiert, die hier denkbar sind. „Ich könnte mir die Nutzung dieses wertvollen Hauses als Gedenk- und Begegnungsstätte für Sybilla Schwarz vorstellen“, schlug Hochschild vor. Das wäre auch im Sinn der Gleichstellung, denn Fallada und Koeppen haben Gedenkstätten in ihren Geburtshäusern. Zugleich würde mit einer Sanierung des Hauses etwas für das Quartier getan. Nebenan wurde dank des Engagements des Ehrenbürgers Berthold Beitz vor zehn Jahren die Alte Apotheke vorbildlich saniert, erinnert Hochschild. Der Zustand der Baderstraße 2 störe dieses Bild für die vielen Besucher aus aller Welt.

eob

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